
EKG-Report 368
G7 Countries Discuss Supporting National Industrial Strategies
WASHINGTON, D.C. – On April 27th and 28th, Chairman John Jovanovic met alongside G7 partners to discuss the role of export credit agencies in supporting their national industrial strategies. Below is the communique released by all G7 partners:
"Representatives of the official export credit agencies (ECAs) of the G7 countries — Canada, France, Germany, Italy, Japan, the United Kingdom, and the United States of America — met in Washington, D.C. on April 27–28, hosted by the Export-Import Bank of the United States.
Against the backdrop of the changing global and economic landscape, and evolving ECA mandates, the parties actively engaged in discussions on strengthening support for their respective exporters, including through support for critical minerals and the use of blended finance to reinforce and advance their competitiveness.
Underscoring the role of export credit agencies in supporting their national industrial strategies, representatives expressed strong support for enhancing resilient supply chains, including through the prioritization of strategic industries, with particular emphasis on collaboration in critical minerals. They also discussed opportunities to deepen cooperation in emerging areas, such as Artificial Intelligence.
Representatives agreed to collaborate on OECD Arrangement Modernization II, noting that current challenges must be addressed to render the Arrangement fit for purpose. ECAs can play a role in supporting competitiveness, economic resilience, and energy security by extending enhanced financing flexibilities. Recognizing varying national mandates and policies, representatives discussed that there may be a need to address underlying issues related to tied aid and the intent of any further transparency.
Participants committed to carrying this momentum into upcoming OECD negotiations and look forward to their 2027 meeting hosted in Paris, France."
Deutsch-türkische Zusammenarbeit stärkt Exportfinanzierung weltweit
Die Turk Eximbank und die Exportkreditgarantien des Bundes haben ein umfassendes Rückversicherungsabkommen unterzeichnet. Ziel ist es, die enge Zusammenarbeit durch gemeinsame Projekte in Drittländern zu vertiefen. Für exportorientierte Unternehmen eröffnet das neue Möglichkeiten für strukturierte und wettbewerbsfähige Finanzierungen.
Das Abkommen wurde am 24. März 2026 während eines Besuchs in der Zentrale der Türk Eximbank geschlossen. Es schafft einen Rahmen für koordinierte und gemeinsame Unterstützung von Projekten türkischer und deutscher Unternehmen in Drittländern.
Im Kern ermöglicht die Vereinbarung:
- Eine ECA übernimmt die Deckung der Finanzierung eines Projekts in einem Drittland,
- die andere stellt die Rückversicherung für Lieferungen und Leistungen aus ihrem Land bereit.
- einen klar definierten Rahmen für die Risikoteilung zwischen den beiden Ländern
Dadurch werden wettbewerbsfähigere, schnellere und flexiblere mittel- bis langfristige Finanzierungslösungen ermöglicht. Für deutsche Exporteure bedeutet das: bessere Chancen, internationale Projekte erfolgreich umzusetzen, gestützt durch starke staatliche Deckungsinstrumente.
Bilateraler Austausch mit K-Sure: Deutschland und Korea vertiefen Zusammenarbeit der Exportkreditagenturen
Mitte April fanden in Berlin die 10. bilateralen Konsultationen zwischen Deutschland und der koreanischen Exportkreditagentur K‑Sure statt. Der regelmäßige Austausch unterstreicht die enge Zusammenarbeit beider Länder im Bereich der Exportförderung und bot erneut eine Plattform für einen intensiven fachlichen Dialog.
Gemeinsame Ausgangslage in einem anspruchsvollen globalen Umfeld
Sowohl Deutschland als auch Korea sind in hohem Maße exportabhängig und sehen sich vergleichbaren globalen Herausforderungen gegenüber – von geopolitischen Spannungen über Lieferkettenrisiken bis hin zum tiefgreifenden technologischen Wandel. Die koreanische Wirtschaft ist dabei stark geprägt von global agierenden Großunternehmen, deren Investitions- und Exportaktivitäten eng mit einer Vielzahl nationaler kleiner und mittlerer Unternehmen verknüpft sind. KMU sind damit integraler Bestandteil koreanischer Wertschöpfungs- und Lieferketten – ein Ansatz, der sich auch im Instrumentarium von K-Sure widerspiegelt.
Bei der sektoralen Ausrichtung zeigen sich Parallelen: Neben traditionellen Industriebereichen wie Halbleiter, Energie und Maschinenbau gewinnen Zukunftsindustrien zunehmend an strategischer Bedeutung. Dazu zählen für K-Sure unter anderem die digitale Infrastruktur, künstliche Intelligenz sowie die Kultur- und Kreativwirtschaft, die unter dem Stichwort K-Culture international stark an Bedeutung gewonnen hat.
Das internationale Engagement wird durch zahlreiche Überseebüros weltweit flankiert. Vor Ort stimmt sich K-Sure eng mit anderen koreanischen, sektorbezogenen Förderagenturen und Wirtschaftsverbänden ab – ein Ansatz, der die koordinierte Unterstützung koreanischer Unternehmen im Ausland weiter stärkt.
Des Weiteren wurde über eine potenzielle, weitere Modernisierung des OECD-Konsensus gesprochen und auch die Verzahnung mit multilateralen Banken wie der African Development Bank (AfDB) sowie der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) wurde thematisiert.
Beide Seiten vereinbarten, den bilateralen Austausch weiter zu vertiefen und auszubauen. Der enge Dialog stärkt nicht nur das gegenseitige Verständnis, sondern schafft auch eine solide Grundlage für eine weitergehende Kooperation in einem zunehmend komplexen globalen Umfeld.
CIRR-Programme: Weiterentwicklung bietet neue Perspektiven für Exporteure
In einer zunehmend von geopolitischen Spannungen geprägten Welt stehen deutsche Exporteure vor großen Herausforderungen. Wie können Unternehmen bei Finanzierungen auf Festzinsbasis von Exportförderprogrammen des Bundes profitieren und diese gezielt einsetzen?
Liane Pöhlking, Referentin in der KfW IPEX-Bank, gibt im Interview mit Andreas Gehring, Senior Product & Innovation Manager bei der Euler Hermes AG, einen Einblick in die Funktionsweise der CIRR-Programme und deren Neuerungen.
Was ist ein CIRR-Satz?
Der CIRR-Satz (Commercial Interest Reference Rate) wird monatlich von der OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) festgelegt und dient als Referenz-Mindestzins für staatlich geförderte Exportfinanzierungen.
Er sichert den Mindestzins gemäß des "Arrangement on Officially Supported Export Credits", dem sogenannten OECD-Konsensus. Damit sorgt der CIRR für Transparenz und Wettbewerbsfähigkeit bei der Zinsgestaltung und garantiert faire Marktbedingungen.
Gehring: Was sind eigentlich CIRR-Programme und welche Rolle spielt die KfW dabei?
Pöhlking: Die CIRR-Programme sind Förderinstrumente des Bundes, die deutsche Exportunternehmen bei Geschäften mit Schwellen- und Entwicklungsländern unterstützen. Dabei agiert die KfW als Mandatar des Bundes und beauftragt die KfW IPEX-Bank mit der praktischen Umsetzung der Programme.
Es gibt zwei zentrale CIRR-Programme: Zum einen das ERP-Exportfinanzierungsprogramm (ERP-CIRR), das speziell mittelständische Unternehmen fördert und Mittel aus dem ERP-Sondervermögen bereitstellt. Zum anderen das Afrika-CIRR-Programm, das vorrangig großvolumige Exportgeschäfte ab ca. 85 Mio. Euro über Haushaltsmittel des Bundes unterstützt. Darüber hinaus gibt es mit dem Schiffs-CIRR ein branchenspezifisches Programm, mit dem die Exporte deutscher Werften in die ganze Welt gefördert werden. Auf dieses Spezialprogramm gehe ich an dieser Stelle nicht weiter ein.
Im Rahmen der beiden zuvor genannten Programme erhalten ausländische Besteller oder ihre lokalen Banken Kredite mit festem Zinssatz. Die Kredite sind liefergebunden, in Euro oder US-Dollar, und die Zinssätze orientieren sich am CIRR-Satz. Vergeben werden diese Kredite von Banken, welche antragsberechtigt für Exportkreditgarantien sind. Dabei tritt die KfW als Refinanzierer für diese Banken auf.
Gehring: Welche Ziele verfolgen die CIRR-Programme konkret?
Pöhlking: Das Förderziel ist klar: CIRR-Programme sollen Exporte durch günstige und stabile Finanzierungen ermöglichen, Risiken reduzieren und so die internationale Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten. Durch die Regelungen über den OECD-Konsensus werden verlässliche Rahmenbedingungen, ein sogenanntes Level Playing Field, für Besteller und Kreditgeber geschaffen. Dies trägt auch zur Finanzierbarkeit von komplexen und risikoreichen Projekten bei.
Gehring: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um diese beiden CIRR-Programme in Anspruch nehmen zu können?
Pöhlking: Die beantragende Bank legt einen liefergebundenen Finanzkredit auf Festzinsbasis heraus. Dieser kann direkt an einen Besteller oder eine Bank vergeben werden und in Euro oder USD sein. Wichtiges Kriterium ist das Vorliegen einer Exportkreditgarantie, die den bereitgestellten Finanzkredit absichert. Außerdem gibt der OECD-Konsensus weitere Eckpunkte der Finanzierung, zum Beispiel bezüglich Kreditlaufzeit und Rückzahlungsmodalitäten, vor. Darüber hinaus gibt es spezielle Voraussetzungen, die je nach CIRR-Programm variieren.
Gehring: Anfang des Jahres gab es Programmanpassungen bei den beiden CIRR-Programmen. Können Sie uns erläutern, warum und inwiefern diese vorgenommen wurden?
Pöhlking: Um die Inanspruchnahme dieser Fördermöglichkeiten weiter auszubauen, wurden die Programme von den zuständigen Einheiten des Bundeswirtschaftsministeriums überprüft. Dabei wurden die Erkenntnisse aus einer Befragung von Banken und Exporteuren einbezogen. Ziel ist es, die Programme wirkungsvoller und flexibler zu gestalten und besser an die Marktnachfrage anzupassen.
Beim ERP-CIRR wurde die Zugangsregelung erweitert: Auch größere Unternehmen außerhalb der KMU-Definition können das Programm nutzen, sofern mindestens 20 % der Zulieferungen aus dem Mittelstandsbereich kommen – diese Quote wurde gesenkt, um mehr Unternehmen zu erreichen.
Beim Afrika-CIRR-Programm wurde der Länderfokus deutlich erweitert. Statt wie bisher nur auf Afrika konzentriert, gilt die Förderungsmöglichkeit jetzt für sämtliche Länder der DAC-Liste, was eine enorme Öffnung mit vielfältigen neuen Möglichkeiten darstellt. Der Name „Afrika-CIRR“ wird daher auch demnächst angepasst.
Beide Programme können jetzt auch kombiniert beantragt werden, da sie denselben Länderfokus haben. So könnte zum Beispiel die Finanzierung eines Großprojekts in Indien mit einem Volumen von 350 Mio. Euro erfolgen. Nehmen wir an: Der Exporteur ist kein KMU, aber die Zulieferungen aus dem Mittelstand belaufen sich auf 30 Mio. Euro. Um den KMU-Zulieferanteil von mind. 20 % einzuhalten, könnten in einem solchen Fall 150 Mio. Euro aus ERP-Mitteln und die übrigen 200 Mio. Euro aus dem Afrika-CIRR-Programm eingesetzt werden, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind.
Insgesamt haben wir somit die Möglichkeit zur Förderung von Projekten von ganz groß bis klein, da es beim ERP-CIRR keinen Mindestbetrag gibt.
Gehring: Wie genau erfolgt die Bereitstellung der Mittel?
Pöhlking: Der Exporteur bringt die Möglichkeit einer Finanzierung zu einem langfristigen Festzinssatz auf CIRR-Basis in den Gesprächen mit dem Besteller ein. Zudem kann er anbieten, die Verbindung zu einer finanzierenden Bank herzustellen. Es kommt auch vor, dass die Besteller bereits von sich aus nach einer Finanzierung auf CIRR-Basis fragen. Entscheidet sich der Besteller für den CIRR-Festzinssatz, beantragt die Bank bei uns in der KfW IPEX-Bank die Einbeziehung in das Programm. Wir übernehmen die weitere Durchführung und Bearbeitung des Antrags. Dazu gehört hauptsächlich, die Genehmigung des Bundes einzuholen und einen Refinanzierungsvertrag mit der beantragenden Bank abzuschließen.
Gehring: Wie können deutsche Exporteure von den CIRR-Programmen profitieren?
Pöhlking: Finanzierungen auf CIRR-Basis bieten den Bestellern eine verlässliche und langfristige Planbarkeit mit festgelegtem Zinssatz. Die Unterstützung bei der Finanzierung und der Hinweis auf diese langfristigen Festzinsoptionen können für den Exporteur beim Besteller den entscheidenden Ausschlag geben. Somit kann das CIRR-Instrument durchaus als „Business Enabler“ für den Exporteur gesehen werden.
Mit den CIRR-Programmen steht deutschen Exporteuren daher ein wichtiges Instrument zur Verfügung, um in komplexen, globalen Märkten Fuß zu fassen und Aufträge zu gewinnen. Auch Banken profitieren von einer langfristigen Refinanzierung über die KfW.
Weitere Informationen gibt es auf den Internetseiten der KfW IPEX-Bank zum ERP-Refinanzierungsprogramm und dem Afrika-CIRR.


Jetzt zum Newsletter anmelden.
Erhalten Sie regelmäßig aktuelle Informationen zu den Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland.
