Wald von oben mit Seenplatte in Weltkartenform

Treibhausgasbilanz des Portfolios der Exportkreditgarantien

Der Fortschritt bei der Ausrichtung des EKG-Portfolios auf das 1,5 Grad-Ziel wird anhand der Treibhausgasbilanz (THG-Bilanz) gemessen. Diese soll für Projekte in fortgeschrittenen Volkswirtschaften bis 2045 und in sich entwickelnden und aufstrebenden Volkswirtschaften bis 2050 auf Netto-Null reduziert werden.

Ergebnisse 2025

Scope 1 & 2 Emissionen 2022/23

Zum Stichtag 31.12.2025 waren mit der Verwendung der vom Bund abgesicherten Lieferungen und Leistungen im Jahr 2025 Scope 1 & 2 Emissionen in Höhe von 25,5 Mio. Tonnen CO2e verbunden. Die Höhe der partiell ermittelten Scope 3 Emissionen für das Jahr 2025 beträgt 22,0 Mio. Tonnen CO2e. Dies stellt eine Reduktion um 28 % bzw. 24 % im Vergleich zum Basisjahr 2022 dar, in dem die Scope 1 & 2 Emissionen bei 35,6 und die Scope 3 Emissionen bei 29 Mio. Tonnen CO2e lagen.

Emissionsintensität, THG-Fußabdruck | Exportkreditgarantien

Die THG-Intensität des Entschädigungsrisikos (Scope 1 & 2 Emissionen) ist seit dem Basisjahr 2022 rückläufig. Im Jahr 2025 waren eine Million Euro Entschädigungsrisiko durchschnittlich mit 522 Tonnen CO2e verbunden (2022: 703 Tonnen CO2e). Die Reduktion ist maßgeblich auf eine Steigerung des Entschädigungsrisikos im Bereich der erneuerbaren Energien zurückzuführen.

Vermiedene Emissionen  2022/23, THG-Fußabdruck | Exportkreditgarantien

Mit Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien konnten im Jahr 2025 Emissionen in Höhe von 10,9 Mio. Tonnen CO2e vermieden werden – ein starker Anstieg im Vergleich zu den 4,2 Mio. Tonnen CO2e vermiedenen Emissionen im Basisjahr 2022. Dieser Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich das Entschädigungsrisiko bei erneuerbaren Energien seit 2022 mehr als verdoppelt hat.

Anteile der Schlüsselsektoren an den Gesamtemissionen des EKG-Portfolios in den Jahren 2022 bis 2025

Diagramm, Anteil an den Gesamtemissionen 2022/23 | Exportkreditgarantien

Der Deckungsbestand besteht weiterhin überwiegend aus Geschäften, die vor Inkrafttreten der Klimastrategie in Deckung genommen wurden. Die relativen Anteile der Sektoren bestätigen insgesamt die Auswahl der Schlüsselsektoren der Klimastrategie: Über 80% der Emissionen stammen aus Deckungen, die in einen Schlüsselsektor fallen.

THG-Emissionen, Emissionsintensität und Entschädigungsrisiko nach Schlüsselsektoren im Basisjahr 2022 und den Berichtsjahren 2024 und 2025

 

Entschädigungsrisiko (Mrd. €)

Absolute Scope 1&2 Emissionen  
(Mt CO2e) 

Emissionsintensität
  (Scope 1&2, t CO2e/Mio. €)    

 

2022

2024

2025

2022

2024

2025

2022

2024

2025

Fossile Energie

6,5 

5,1 

4,2

20,9  

14,2  

13,5

3.195  

2.808  

3.251

Zivile Luftfahrt

3,4 

3,2 

3,2  

4,2  

3,1  

3,2

1.246  

971  

996

Zivile Schifffahrt  

14,4 

10,0 

9,9

2,8  

1,8  

1,5

194  

178  

151

Chemie

5,4 

5,3 

4,4

1,6  

1,6  

1,3

311  

297  

293

Metall

1,6  

2,4 

2,8

1,2  

1,5  

1,5  

746  

631  

526

Sonstige

14,5

17,4 

14,5

4,9  

5,4  

4,5

337  

308  

313

Total

50,6  

50,8  

49,0

35,6  

27,6  

25,5

703  

537  

522

 

Das betrachtete Entschädigungsrisiko bezieht sich auf das (Rest-)Obligo der Einzeldeckungen. Dieses beträgt 61,9 % des gesamten Entschädigungsrisikos der Exportkreditgarantien im Jahr 2025. Der Gesamtwert enthält auch Erneuerbare-Energien-Geschäfte in Höhe von 10 Mrd. EUR (2025), 8,2 Mrd. EUR (2024) und 4,9 Mrd. EUR (2022), deren THG-Emissionen (Scope 1&2) als vernachlässigbar gelten.

Vermiedene THG-Emissionen durch erneuerbare Energien im Basisjahr 2022 und den Berichtsjahren 2024 und 2025

 

Entschädigungsrisiko (Mrd. €)

Erneuerbare Energien

Vermiedene Emissionen 

(Mt CO2e)

 

2022

2024

2025

2022

2024

2025

Total  

4,9  

8,2

10,0

4,2  

9,6

10,9

Methodik

Die THG-Bilanz wird für sämtliche mit Einzeldeckungen geförderte Projekte berechnet. Sie erfasst die mit den Projekten, bzw. mit der Verwendung der vom Bund abgesicherten Lieferungen und Leistungen verbundenen THG-Emissionen.

Einen internationalen Standard für die Berechnung von Portfolio-Emissionen eines Förderinstruments wie den EKG gibt es derzeit noch nicht. Deshalb wurde auf Basis des anerkannten Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF) „Financed Emissions“-Standards für Banken ein Ansatz eigens für die Berechnung des EKG-Portfolios entwickelt. Im September 2025 ist Euler Hermes stellvertretend für die Garantieinstrumente der Außenwirtschaftsförderung des Bundes PCAF beigetreten.

Nach dem PCAF-Standard werden dem Bund für alle Deckungen, die sich im Bestand befinden, die Emissionen eines Projekts in Höhe des Anteils des aktuellen Entschädigungsrisikos an der Gesamtfinanzierung des Projekts zugerechnet.

THG-Fußabdruck, Formel | Exportkreditgarantien des Bundes

Für Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien können gemäß PCAF-Standard zusätzlich die sogenannten vermiedenen Emissionen berechnet und separat ausgewiesen werden. Dabei handelt es sich um eine Berechnung der Emissionen, die durch den Wegfall von fossil erzeugter Energie eingespart wurden.

Die THG-Emissionen sowie die vermiedenen Emissionen werden jährlich berechnet und veröffentlicht. Die Bemessungsgrundlage ist dabei der Deckungsbestand zum Stichtag 31.12. des jeweiligen Berichtsjahres. 

Betrachtete Emissionen

THG-Fußabdruck, betrachtete Emissionen

Berücksichtigt werden alle gemäß der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen wesentlichen Treibhausgase. Dabei werden sowohl die direkten Scope 1 als auch die durch Zukauf von Energie entstehenden Scope 2 Emissionen der gedeckten Projekte berechnet. Darüber hinaus werden auch die Scope 3 Emissionen aus der Lieferkette, die dem gedeckten Projekt vorgelagert sind (Upstream), berechnet. Für Projekte der Förderung, Aufbereitung, des Transports und der Lagerung fossiler Energieträger sowie für Kreuzfahrtschiffe werden zusätzlich auch die nachgelagerten Scope 3 Emissionen (Downstream) berechnet.

 

Die Erstellung der THG-Bilanz folgt dem Vorsichtsprinzip: So werden z.B. die vollen Betriebsemissionen ab dem Zeitpunkt der Indeckungnahme eines Projektes angesetzt, auch wenn eine gedeckte Anlage erst später in Betrieb geht. Wenn keine eindeutigen Informationen zu Geschäften vorliegen, werden zudem die jeweils höheren Emissionsfaktoren gewählt. 

Datenquellen und Datenqualität

Gemäß der OECD Common Approaches müssen alle Projekte, bei denen es sich um fossile Kraftwerke handelt oder deren jährliche Emissionen 25.000 Tonnen CO2-Äquivalente (CO2e) überschreiten, ihre THG-Emissionen berechnen. Sofern Emissionsdaten oder andere projektspezifische Daten (z.B. Energieverbrauch) vorliegen, werden diese für die Berechnung der THG-Emissionen der EKG genutzt. Andernfalls werden die Emissionen mit ökonomischen Emissionsfaktoren geschätzt. Die Nutzung verschiedener Datenquellen und Berechnungsansätze steht im Einklang mit dem PCAF-Standard.

Als Berichtsdaten werden die zum Stichtag bekannten Berichtsdaten verwendet. Diese können zeitverzögert sein (z. B. Nutzung von berichteten Daten des Berichtsjahres 2022 eines Projekts für die THG-Berechnung 2023). 

 

Baseline

Die THG-Bilanz für das EKG-Portfolio wurde erstmals für das Jahr 2022 berechnet. Diese Ergebnisse dienen als Ausgangswerte (Baseline), um zukünftige Veränderungen der Emissionswerte messen zu können. Die Scope 1 und 2 Emissionen bilden dabei die Baseline für das Netto-Null-Ziel der Klimastrategie für EKG. Sollten in Zukunft wesentliche Änderungen der Datenquellen oder des Berechnungsansatzes erforderlich werden, die sich erheblich (>±5 %) auf das Ergebnis auswirken, würde auch die Baseline neu berechnet werden, um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse im Zeitverlauf sicherzustellen.

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Lukas Lohrer
ESG & Climate Advisor
+49 151 19563928
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Omoniyi Osoba
ESG, Climate Strategy, Klimaprüfung
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