Frau mit Helm und Warnweste vor Containern spricht in Walky Talky
9. März 2026

EKG-Report 366

EKG-Report
Deckungspraxis

Hinweis zur aktuellen Lage im Nahen Osten

Die Bundesregierung beobachtet die Lage im Nahen Osten sehr genau. Anträge für die Absicherung von Lieferungen und Leistungen in die betroffenen Länder können im Rahmen der geltenden Beschlusslagen weiterhin gestellt werden. Bestehende Deckungen sind weiterhin gültig.


Allgemeine Information

Exportkreditgarantien 2025: Bund übernimmt Garantien in Höhe von über 13 Mrd. Euro. Ukraine im Länderranking auf Platz 4

In einem außergewöhnlich schwierigen Umfeld haben die Exportkreditgarantien des Bundes auch im vergangenen Jahr deutsche Exporteure bei ihren Ausfuhrgeschäften auf vielfältige Art und Weise unterstützt und so einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigungssicherung und Stärkung des Industriestandorts Deutschland geleistet.

Das Deckungsvolumen fiel 2025 mit 13,3 Mrd. Euro unterdurchschnittlich aus. Ausschlaggebend hierfür war die Verzögerung einiger Großprojekte im Infrastrukturbereich, die nun 2026 in Deckung genommen werden dürften. 

 

Milliardenschwere Absicherungen im Bereich der Erneuerbaren Energien

Im Länderranking liegt die Türkei, ein traditionell wichtiger Handelspartner der deutschen Exportwirtschaft, mit einem Deckungsvolumen von 2,1 Mrd. Euro an der Spitze. Es folgt Polen mit 1,8 Mrd. Euro. Hier hat der Bund zwei große Einzeltransaktionen im Bereich der Erneuerbaren Energien in Deckung genommen. Auf Platz 3 liegt Brasilien (0,8 Mrd. Euro).

Hervorzuheben ist die Platzierung der Ukraine: 2025 sicherte der Bund Lieferungen und Leistungen in das Land in Höhe von 740 Mio. Euro mit Exportkreditgarantien ab. Damit liegt die Ukraine im Länderranking auf dem vierten Platz.

Weitere Zahlen, Daten und Fakten enthält der Jahresbericht Exportkreditgarantien und UFK-Garantien, der demnächst auf www.bundeswirtschaftsministerium.de und www.exportkreditgarantien.de veröffentlicht wird.


Deckungspraxis

OECD-Länderrisikoeinstufung: Drei Verbesserungen 

In der 104. Sitzung haben die Expertinnen und Experten der OECD-Mitglieder die Länderrisiken der Staaten der Regionen Europa/GUS und Mittlerer Osten/Nordafrika bewertet. 

Die siebenstufige Länderklassifizierung (1 = beste Kategorie, 7 = schlechteste Kategorie) wurde 1999 auf OECD-Ebene eingeführt und ist ein Parameter bei der Berechnung des Entgelts. 

 

Im Vergleich zu den bisherigen Einstufungen haben sich folgende Veränderungen ergeben: 

Land

Neue Kategorie

Bisherige Kategorie

Armenien

5

6

Moldau

6

7

Oman

3

4


Allgemeine Information

SACE und Euler Hermes vereinbaren engere Zusammenarbeit

Deutschland und Italien haben sich darauf verständigt, im Bereich der Exportkreditgarantien künftig noch enger zusammenzuarbeiten. Eine entsprechende Erklärung unterzeichneten Franziska Löke, Head of Department International Cooperation, Euler Hermes, und Michele Pignotti, CEO SACE, Mitte Januar am Rande des italienisch-deutschen Wirtschaftsforums in Rom. Ziel des Abkommens ist es, unter Einbeziehung deutscher und italienischer Wertschöpfung die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen und zusätzliche Wachstumschancen zu ermöglichen.

 

EU‑Global‑Gateway‑Initiativen im Fokus

Gemeinsam wollen Italien und Deutschland nachhaltige Projekte von strategischer Bedeutung vorantreiben – insbesondere im Rahmen der EU‑Global‑Gateway‑Initiativen. Eine engere Zusammenarbeit wurde auch im Bereich kritischer Rohstoffe sowie dem Wiederaufbau und der wirtschaftlichen Stärkung der Ukraine vereinbart.


Allgemeine Information

Rückversicherungsabkommen mit Saudi-Arabien geschlossen – Kooperation zwischen Euler Hermes und Saudi EXIM: Wichtiger Beitrag zu mehr Stabilität, Berechenbarkeit und Wachstum im internationalen Handel

Deutschland und Saudi-Arabien haben sich im Bereich der staatlichen Exportkreditabsicherung auf eine stärkere Zusammenarbeit verständigt. Ein entsprechendes Rückversicherungsabkommen haben Edna Schöne, Vorständin der Euler Hermes AG, und H.E. Eng. Saad Alkhalb, CEO der Saudi EXIM Bank, am 14. Januar 2026 in Riad unterzeichnet.

Edna Schöne: „Mit dem Abkommen vertiefen wir die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Saudi-Arabien und schaffen für beide Seiten attraktive Marktchancen im Export für Industrie und Mittelstand entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“

 

Saudi-Arabien: Nationale Wirtschaft diversifizieren – Außenhandel stärken

Saudi-Arabien ist bestrebt, mit derartigen Rückversicherungsabkommen seinen Außenhandel zu stärken und den Import hochwertiger Investitionsgüter zu fördern. H.E. Eng. Saad Alkhalb: „Durch dieses Abkommen stärkt die Saudi EXIM Bank ihre Rolle als Förderer saudischer Nicht-Öl-Exporte und erweitert ihr Netzwerk internationaler Partnerschaften im Einklang mit den Zielen der Vision 2030, die nationale Wirtschaft zu diversifizieren und die Position des Königreichs im globalen Handel zu festigen.

 

Langfristig gute Perspektiven für Exporteure und Importeure

Das nun geschlossene Rückversicherungsabkommen eröffnet deutschen Exporteuren langfristige Perspektiven sowohl für Exporte nach Saudi-Arabien als auch in Drittländer mit saudischen Zulieferungen. Saudische Käufer und Projektträger wiederum profitieren über das Rückversicherungsabkommen von attraktiven Finanzierungsmöglichkeiten und dem Zugang zu hochwertigen Technologien und Lösungen „Made in Germany“.

 

Rückversicherungsabkommen ermöglichen die staatliche Absicherung von Geschäften mit hohen Auslandsanteilen

In Zeiten diversifizierter Lieferketten und länderübergreifender Projektbeteiligungen gewinnen Rückversicherungsabkommen zunehmend an Bedeutung. Sie schaffen einen verlässlichen Rechtsrahmen für grenzüberschreitende Geschäfte, ermöglichen die staatliche Absicherung von Geschäften mit hohen Auslandsanteilen und legen damit die Grundlage für eine Vertiefung wirtschaftlicher Beziehungen sowie für den Ausbau außenwirtschaftspolitischer Handlungsspielräume. Zudem ermöglichen Rückversicherungen eine Risikoteilung zwischen den ECAs.

 

Deutschland und Saudi-Arabien

Deutschland ist derzeit der wichtigste Wirtschaftspartner Saudi-Arabiens innerhalb der Europäischen Union. Das bilaterale Handelsvolumen liegt bei über zehn Milliarden Euro.

Die Attraktivität des Marktes zeigt sich zudem im kontinuierlich wachsenden Importvolumen Saudi-Arabiens insgesamt. Allerdings verschiebt sich die Struktur der Lieferländer spürbar zugunsten asiatischer Anbieter. Das Rückversicherungsabkommen ist eine von mehreren Maßnahmen, diesem Trend entgegenzutreten.

2025 sicherte der Bund Lieferungen und Leistungen nach Saudi-Arabien in Höhe von knapp 500 Mio. Euro mit Exportkreditgarantien ab. Damit liegt Saudi-Arabien im Länderranking auf Platz 8. Einzelheiten zu Absicherungsmöglichkeiten für Saudi-Arabien finden Sie unter: 

„Das Rückversicherungsabkommen schafft eine Grundlage dafür, den bilateralen Handel beider Länder dauerhaft auszubauen und Lieferbeziehungen nachhaltig zu diversifizieren.“

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Bild: Mann im Lager