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4. Juni 2026

EKG-Report - Juni 2026

EKG-Report
Im Fokus

Rahmenvereinbarung mit Nigeria unterzeichnet – Verzahnung von Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland und Nigeria haben eine Rahmenvereinbarung für Exportkreditgarantien in Höhe von 300 Mio. Euro unterzeichnet. Mit dem EKG-Finanzierungsrahmen erklärt sich der Bund grundsätzlich bereit, in dieser Höhe Exportkreditgarantien für Geschäfte deutscher Unternehmen mit dem nigerianischen Staat zu übernehmen.

Der EKG-Finanzierungsrahmen zielt darauf ab, die Finanzierung von Ausfuhrgeschäften zu erleichtern sowie den Standort Deutschland und die deutsche Exportwirtschaft zu stärken.

Die nun geschlossene Vereinbarung ist die zweite ihrer Art. Im November 2025 hat die Bundesrepublik mit Namibia als erstem Land einen entsprechenden Finanzierungsrahmen in Höhe von 100 Mio. Euro vereinbart.

Die EKG-Finanzierungsrahmen sind ein wichtiger Baustein, um die Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands enger miteinander zu verzahnen.

Perspektivisch plant Deutschland, weitere EKG-Finanzierungsrahmen mit Schwellen- und Entwicklungsländern abzuschließen.


Im Fokus

Flex&cover - Monitoring ausländischer Zulieferungen - Bund präzisiert Bedingungen

Im Zusammenhang mit flex&cover gab es bislang Unklarheiten darüber, in welchen Fällen Unternehmen mit flex&cover-Status bei Einzelgeschäften mit einem Auftragswert über 100 Mio. Euro ausländische Zulieferungen auch nach der Indeckungnahme nachhalten und ausweisen müssen. Der Bund hat dies nun eindeutig geregelt.

 

Rückversicherung oder keine Rückversicherung – Das ist hier die Frage

Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit bei einem zur Deckung beantragten Geschäft eine Rückversicherung* über eine andere ECA angestrebt wird.

Erachtet der Bund eine Rückversicherung für notwendig, bestehen für flex&cover-Unternehmen auch nach der Indeckungnahme des Geschäfts fortlaufende Monitoringpflichten bzgl. der ausländischen Zulieferungen. Dies ergibt sich schon aus den Rückversicherungsabkommen mit ausländischen Exportkreditagenturen. 

 

Drei Szenarien 

In jenen Fällen, in denen der Bund entscheidet, dass eine Rückversicherung nicht notwendig ist, ist kein Monitoring der ausländischen Zulieferungen nach der grundsätzlichen Zusage erforderlich.

Prüft der Bund eine Rückversicherung, ist ein fortlaufendes Monitoring bis zu einer endgültigen Entscheidung erforderlich. Kommt es zu einer Rückversicherung, muss das Monitoring auch nach der Deckung fortgeführt werden. Kommt keine Rückversicherung zustande, entfällt das Monitoring.

Die jetzt getroffene Klarstellung ist vor allem für Exportunternehmen mit internationalen Sourcing-Strukturen und großvolumigen Geschäften von hoher Relevanz.

 

*Begriffserläuterung: Wozu dient eine Rückversicherung


Erfolg weltweit

Exportkreditgarantien vor Ort - Roadshow in Indien

Anfang Mai war Stefan Schmidt, Head of Department Underwriting Single Transaction Cover, zusammen mit Adelina Papenburg, Senior Underwriting Manager Single Transaction Cover, und Amol Mane, Finanzierungsexperte Indien, auf Roadshow in Delhi, Bangalore, Mumbai.

In Kooperation mit der Deutsch-Indischen Handelskammer stellten sie Importeuren und lokalen Banken Exportkreditgarantien „Made in Germany“ vor und skizzierten die besonderen Finanzierungsmöglichkeiten und -vorteile für indische Importunternehmen.

 

Stefan, mit welchen Eindrücken bist Du aus Indien zurückgekehrt?

Indien präsentiert sich als sehr dynamischer, wachstumsstarker Markt mit großem Interesse an deutschen Technologien und Finanzierungslösungen. Im Rahmen der gemeinsam mit der Deutsch-Indischen Handelskammer durchgeführten Round-Table-Veranstaltungen in Delhi, Bangalore und Mumbai ist uns besonders positiv das hohe Engagement und Interesse der indischen Importeure aufgefallen, sich mit ECA-Strukturen (ECA = Export Credit Agency) vertraut zu machen. Gleichzeitig besteht ein großer Bedarf an Aufklärung über konkrete Anwendungsfälle und Prozesse.

 

Wie ist die aktuelle Nachfrage nach Exportabsicherung und Exportfinanzierung „Made in Germany“?

Die Nachfrage ist aktuell hoch und wird weiterhin durch den Investitionsbedarf in Infrastruktur, Energie und Industrie getrieben. Deutsche Exporte genießen einen sehr guten Ruf und Exportkreditgarantien werden zunehmend als wichtiger Bestandteil wettbewerbsfähiger Finanzierungen wahrgenommen. Insbesondere strukturierte Finanzierungen in Lokalwährung stoßen auf wachsendes Interesse.

 

Wie beurteilst Du mittelfristig das ECA-Potenzial in Indien?

Mittelfristig sehen wir ein sehr attraktives Wachstumspotenzial für gedeckte Finanzierungen in Indien. Der steigende Kapitalbedarf bei gleichzeitig wachsender Offenheit für internationale Finanzierungsinstrumente spricht klar dafür. Indien dürfte zu einem der wichtigsten ECA-Märkte in Asien werden. Vor diesem Hintergrund hat der Bund auch sein internationales Beratungsangebot weiter ausgebaut und ist seit Mitte 2025 mit einem Finanzierungsexperten vor Ort.

 

Wie kann dieses Potenzial gehoben werden?

Entscheidend ist eine noch engere Zusammenarbeit mit lokalen Banken sowie eine kontinuierliche Aufklärung des Marktes zu den Möglichkeiten von Hermesdeckungen. Zudem wird das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien den Zugang weiter erleichtern. Nicht zuletzt ist die frühzeitige Einbindung der Mandatare in Projektstrukturen ein zentraler Erfolgsfaktor.

 

Jüngst ist die erste Shopping-Line-Deckung für ein indisches Unternehmen realisiert worden. Welche Chancen siehst Du im indischen Markt für diese spezielle Form der Finanzkreditdeckung?

Die Shopping-Line-Deckung bietet großes Potenzial, da sie indischen Unternehmen einen schnellen und flexiblen Zugang zu deutschen Exporten ermöglicht. Gerade für wiederkehrende Investitionen und kleinere bis mittlere Projektvolumina ist dieses Instrument sehr attraktiv. Wir sehen hier ein potenzielles Wachstum, insbesondere bei gut aufgestellten Unternehmensgruppen.

 

In der zweiten Jahreshälfte geht es für Dich erneut nach Indien. Was steht dann auf dem Programm?

Für Ende November ist gemeinsam mit den Exportkreditagenturen Atradius (Niederlande), SERV (Schweiz) und OeKB (Österreich) eine ECA-Veranstaltung in Mumbai geplant, mit dem Ziel, die Sichtbarkeit und das Verständnis für Exportkreditgarantien im Markt weiter zu stärken. Darüber hinaus wird ein Schwerpunkt auf der Vertiefung bestehender Beziehungen zu Banken und Importeuren sowie auf der konkreten Begleitung vielversprechender Projektansätze liegen.

 

Stefan Schmidt, Stefan Schmidt, Head of Department Underwriting Single Transaction Cover

Stefan Schmidt, Head of Department Underwriting Single Transaction Cover: „Die Shopping-Line-Deckung bietet großes Potenzial, da sie indischen Unternehmen einen schnellen und flexiblen Zugang zu deutschen Exporten ermöglicht.“ 


Erfolg weltweit

Erste Shopping-Line-Deckung für indisches Unternehmen – Bund sichert Kreditlinie über 161 Mio. Euro mit Exportkreditgarantie ab

Die Shopping-Line-Deckung ist eine spezielle Form der gebundenen Finanzkreditdeckung. Sie trägt auf der einen Seite dazu bei, deutschen Exporteuren den Zugang zu internationalen Beschaffungsprogrammen zu erleichtern. Für ausländische Importeure ist es auf der anderen Seite ein attraktives Angebot, verstärkt in Deutschland zu sourcen. Der Clou: Einkäufe bei unterschiedlichen deutschen Exporteuren kann er schnell und einfach über eine einzige, bundesgedeckte Kreditlinie abwickeln.

 

Indien und Deutschland profitieren

Ende des vergangenen Jahres sicherte der Bund erstmals eine Finanzierungsfazilität unter dem Shopping-Line-Programm ab. Nun gibt es einen weiteren Erfolg zu vermelden: die erste Shopping-Line-Deckung zugunsten eines indischen Unternehmens. Darlehensgeber ist die DZ Bank. Kreditnehmer: das indische Unternehmen UFlex Limited – ein weltweit führender Anbieter von Verpackungsfolien und flexiblen Verpackungslösungen.

Über die bundesgedeckte Kreditlinie wird UFlex Limited in den kommenden Jahren Importe von Maschinen und Anlagen finanzieren, die es überwiegend aus Deutschland bezieht. Das stärkt das Wachstum von UFlex und erhöht die Exportmöglichkeiten deutscher Unternehmen.

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Bild: Mann im Lager
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