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2. Juli 2026

EKG-Report - Juli 2026

EKG-Report
Im Fokus

Vorabentschädigung in der Finanzkreditdeckung: Mehr Effizienz und stärkere Marktfähigkeit geplant

Einblicke in den „Maschinenraum“ der Exportkreditgarantien: Für die Finanzkreditdeckung (FKG) ist eine wesentliche Weiterentwicklung des Entschädigungsverfahrens geplant. Mit der Einführung einer Vorabentschädigung in der Finanzkreditdeckung sollen Abläufe beschleunigt, regulatorische Anforderungen besser erfüllt und sowohl für Banken als auch für den Bund Verbesserungen erzielt werden. Eine entsprechende Grundsatzentscheidung der Ministerien liegt bereits vor. 

Im Mittelpunkt steht die deutliche Verkürzung der Auszahlungsdauer: Künftig sollen Banken bereits nach kurzer Zeit eine Entschädigung erhalten können. Grundlage ist eine fokussierte Prüfung zentraler Unterlagen; die vollständige Schadensprüfung erfolgt erst im Anschluss. Damit bleibt die rechtliche Belastbarkeit der Prüfung erhalten, während Liquidität früher bereitgestellt wird.

Die Systematik der Entschädigung soll ebenfalls angepasst werden. Anstelle einer einmaligen Gesamtauszahlung nach Abschluss der vollumfänglichen Schadensprüfung ist künftig ein Anspruch auf Vorabentschädigung der jeweils nächsten fälligen Kapitalrate vorgesehen. Dies sorgt für eine zeitnahe Auszahlung und zahlt zugleich auf regulatorische Anforderungen ein.

Zur Absicherung soll die Vorabentschädigung mit einem Rückforderungsanspruch auf erstes Anfordern verbunden werden. Sollte sich im Nachgang der vollständigen Prüfung ergeben, dass kein oder nur ein geringerer Anspruch bestand, wäre der entsprechende Betrag inklusive Refinanzierungszinssatz des Bundes zurückzuzahlen.


Erfolg weltweit

Neue Shopping-Line-Deckung fördert deutsche Beteiligung an internationalen Energieprojekten

Ob Windkraftkomponenten, Speichertechnologie oder Netzinfrastruktur – deutsche Unternehmen spielen eine zentrale Rolle bei internationalen Energieprojekten. Die Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland tragen dazu bei, diese Beteiligung gezielt auszubauen. So wurde kürzlich eine Finanzierung in Höhe von 1,033 Milliarden Euro für das französische Energieunternehmen ENGIE abgesichert. Grundlage der Finanzierung ist die Shopping-Line-Deckung. Die Kreditlinie selbst wird von einem internationalen Bankenkonsortium finanziert. 

Mit der Shopping-Line-Deckung wird die Beschaffung von Ausrüstung bei einer Vielzahl deutscher Lieferanten ermöglicht und damit ein direkter Beitrag zur Einbindung deutscher Unternehmen in internationale Projekte der Energiewirtschaft geleistet. Sie zielt darauf ab, exportkreditgedeckte Finanzierungen flexibler, effizienter und wettbewerbsfähiger zu gestalten. 

Edna Schöne, Vorständin von Euler Hermes, betont: „Diese Finanzierung stellt einen wichtigen Meilenstein dar. Besonders hervorzuheben ist ihre unmittelbare Wirkung für deutsche Exporteure: Durch den Aufbau eines flexiblen, langfristigen Rahmens mit ENGIE ermöglichen wir der deutschen Industrie, eine aktive Rolle in der industriellen Transformation Europas einzunehmen.“

Gleichzeitig leistet die Transaktion einen Beitrag zum Ausbau europäischer Energieversorgung sowie zur Stärkung energiewirtschaftlicher Resilienz. Die Absicherung durch die Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland trägt dazu bei, eine verlässliche Finanzierungslösung für diese Vorhaben bereitzustellen.


Markt & Chancen

Vor Ort in Lateinamerika: Chancen nutzen – aber richtig

Lateinamerika rückt zunehmend in den Fokus deutscher Unternehmen – und damit auch der Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland. Im Mai 2026 waren Expertinnen und Experten von Euler Hermes in Argentinien und Kolumbien unterwegs, um sich vor Ort ein aktuelles Bild zu machen und den Austausch mit Partnern zu vertiefen. 

Die Gespräche und Eindrücke vor Ort zeichnen ein klares Bild: In vielen Ländern der Region bestehen attraktive Chancen für deutsche Unternehmen – zugleich bleibt eine differenzierte Betrachtung von Risiken entscheidend. Eine zentrale Rolle kommt dabei der Finanzierung zu.

 

Argentinien: Reformen eröffnen Chancen, aber unter neuen Spielregeln 

In Argentinien sorgt der wirtschaftspolitische Reformkurs für neue Dynamik und wachsendes internationales Interesse. Neue Impulse durch das EU-Mercosur-Abkommen und die traditionell engen Beziehungen zu Argentinien bieten gute Rahmenbedingungen. Besonders im Energie-, Rohstoff- und Landwirtschaftssektor entstehen neue Investitions- und Exportpotenziale. Für deutsche Unternehmen ergeben sich daraus Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. 

Gleichzeitig erwarten argentinische Partner zunehmend strategische Kooperationen auf Augenhöhe. Gefragt sind integrierte Ansätze, die Finanzierung, Technologie und teilweise auch lokale Wertschöpfung, Wissenstransfer und langfristige Partnerschaften verbinden. Andere Länder, sowohl OECD als auch und Nicht-OECD-Akteure, bieten dies aktiv an. 

Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Finanzierung. Lokale Finanzierungen sind teuer und vor allem für KMU schwer zugänglich. Projekte müssen zunehmend privatwirtschaftlich strukturiert werden. Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Finanzierung muss frühzeitig Teil des Angebots sein und darf nicht erst nachgelagert erfolgen. So können sie nicht nur ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern, sondern diesen Vorteil auch gezielt zur Differenzierung nutzen.

 

Kolumbien: Solider Markt mit konkreten Projektchancen 

Auch in Kolumbien bestätigt sich das Potenzial für eine vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit. Das Land zeichnet sich durch vergleichsweise solide makroökonomische Rahmenbedingungen, eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur und einen funktionierenden Finanzsektor aus. Gleichzeitig besteht ein hoher Investitionsbedarf. Insbesondere in den Bereichen Infrastruktur, Energie und Industrie bestehen vielfältige Geschäftsmöglichkeiten – von Mobilitätsprojekten über erneuerbare Energien bis hin zur verarbeitenden Industrie. 

Im Unterschied zu Argentinien ist das Finanzierungsumfeld in Kolumbien breiter aufgestellt. Das Land verfügt über einen gut entwickelten Bankensektor mit starken lokalen Banken sowie einer aktiven Rolle multilateraler Entwicklungsbanken. Finanzierungen in lokaler Währung und Leasinglösungen sind weit verbreitet.

Gleichzeitig wird deutlich, dass Exportfinanzierungen im Markt noch nicht hinreichend verankert sind. Hier liegt ein konkreter Ansatzpunkt: Gerade im Bereich kleiner und mittlerer Transaktionen besteht erhebliches Potenzial, da viele Unternehmen Investitionen planen, aber nach passenden Finanzierungslösungen suchen.

Auch in Kolumbien nimmt der Wettbewerbsdruck zu. Anbieter, die Finanzierung und Lieferung aus einer Hand anbieten, sind im Vorteil.

 

Was jetzt entscheidend ist 

Über beide Märkte hinweg zeigt sich ein klares Muster: Deutsche Unternehmen treffen auf attraktive Chancen, müssen sich aber auf veränderte Anforderungen einstellen. Erfolgreich sind diejenigen Unternehmen, die Finanzierung frühzeitig in ihre Vertriebsstrategie einbinden und auf langfristige Kooperationen setzen. Gleichzeitig gewinnt die Zusammenarbeit – sowohl zwischen Unternehmen als auch mit politischen und institutionellen Akteuren – deutlich an Bedeutung.

 

Rolle der Exportkreditgarantien 

Exportkreditgarantien sind dabei ein zentraler Hebel, um deutsche Unternehmen im Wettbewerb zu stärken. Sie ermöglichen die Strukturierung wettbewerbsfähiger Finanzierungen und schaffen durch die staatliche Rückendeckung Vertrauen und Verlässlichkeit.  

Die Reise zeigt: Lateinamerika bietet aktuell konkrete Chancen. Entscheidend ist jedoch, diese strategisch zu nutzen – mit integrierten Angeboten, wettbewerbsfähiger Finanzierung und einer klaren Positionierung im internationalen Wettbewerb. 


Update kompakt

IMA-Auswärtssitzung in Weiherhammer stärkt den Dialog mit der Exportwirtschaft

Im Juni 2026 fand die traditionelle Auswärtssitzung des Interministeriellen Ausschusses (IMA) für Exportkreditgarantien in Weiherhammer statt. Im Rahmen der Sitzung hatte das Gremium die Gelegenheit, mit dem Exporteur BHS Corrugated in den Austausch zu treten und die Produktionsanlagen für Wellpappenmaschinen bei einer Werksbesichtigung kennenzulernen. Das Unternehmen ist ein stark exportorientierter, global tätiger Anbieter im Maschinen- und Anlagenbau mit Lifecycle-Service und digitalen Lösungen für die Wellpappenindustrie. Der Austausch vor Ort hat unter anderem die praktische Relevanz der Exportkreditgarantien und die zunehmende Bedeutung von Finanzierungslösungen deutlich gemacht.
 


Wussten Sie schon…?

Neuer Claim der Exportkreditgarantien des Bundes

Exporte fördern. Finanzierung sichern. Zukunft gestalten. 

Mit diesem Claim bringen die Exportkreditgarantien des Bundes prägnant auf den Punkt, wofür sie stehen: die Unterstützung deutscher Unternehmen bei internationalen Geschäften und die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. 

Der Claim wird künftig unter anderem auf der Website und in digitalen Kommunikationskanälen eingesetzt.

Exporte fördern. Finanzierung sichern. Zukunft gestalten.

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Bild: Mann im Lager
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