
Export Insights – Oktober 2026
Euler Hermes und Etihad Credit Insurance unterzeichnen Absichtserklärung
Neue Chancen für deutsche Exporteure in der Golfregion
Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate ebnen den Weg für eine engere Zusammenarbeit bei der Absicherung von Exportgeschäften: Am 8. September 2026 unterzeichneten Euler Hermes AG und Etihad Credit Insurance (ECI) eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding). Diese Vereinbarung bildet die Grundlage für die Aushandlung eines formellen Rückversicherungsrahmenvertrags zwischen den beiden Exportkreditversicherern.
Aufbau auf bereits erfolgreicher Zusammenarbeit
Euler Hermes und ECI arbeiten bereits erfolgreich bei der gemeinsamen Absicherung eines Großprojekts im Infrastrukturbereich im Irak zusammen. Auf dieser bewährten Basis soll die künftige Vereinbarung neue Möglichkeiten für deutsche und emiratische Unternehmen schaffen, koordinierte Unterstützung für Export- und Infrastrukturprojekte in Drittmärkten zu erhalten.
Wachsende Bedeutung der Golfregion
Die Golfregion gewinnt in diesem Zusammenhang zunehmend an Bedeutung: Allein im Jahr 2025 wurden Projekte und Aufträge mit einem Gesamtvolumen von rund 1,4 Milliarden Euro im Rahmen des deutschen Systems der Exportkreditgarantien abgesichert – fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Mit dieser Absichtserklärung stärken Deutschland und die VAE ihre Zusammenarbeit im Bereich der Exportkreditversicherung und unterstützen den Aufbau eines umfassenderen Kooperationsrahmens zwischen den Exportkreditversicherern in der Region.
BoKoWiTa 2026: Strategische Partnerschaften als Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit
Auf dem BoKoWiTa am 8. September 2026 diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Diplomatie und Wirtschaft über die Zukunft der deutschen Außenwirtschaft. Im Mittelpunkt standen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, strategische Partnerschaften und das wirksamere Zusammenspiel der Außenwirtschaftsförderinstrumente.
Schwellen- und Entwicklungsländer als strategische Partner
Schwellen- und Entwicklungsländer sind längst mehr als reine Absatzmärkte. Sie entwickeln sich zu strategischen Partnern für Rohstoffsicherung, resiliente Lieferketten, Energieversorgung und industrielle Wertschöpfung. Deutsche Technologie, Verlässlichkeit und langfristiges Engagement genießen dort einen guten Ruf und bilden damit eine starke Grundlage für den Ausbau wirtschaftlicher Beziehungen.
Zugleich wurde deutlich, dass Deutschland seine Stärken konsequenter nutzen sollte. Ein zentrales Thema war die stärkere Verzahnung der Instrumente im Sinne eines „Team Deutschland", in dem Wirtschaftsdiplomatie, Exportkredit- und Investitionsgarantien, Entwicklungsfinanzierung und Privatwirtschaft eng zusammenwirken.
Exportförderung neu denken
Der Vorstand der Euler Hermes AG Edna Schöne betonte, dass sich die Anforderungen an Exportförderung grundlegend verändert haben. Die internationale Konkurrenz ist gewachsen, und Finanzierung spielt bei Investitionsentscheidungen eine immer wichtigere Rolle. Käufer fragen heute häufig zuerst nach Finanzierungslösungen – wer diese frühzeitig mitdenkt, schafft einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Finanzierung wird so vom Begleitprodukt zum Türöffner für Geschäftschancen.
Auch die Erwartungen der Partnerländer haben sich gewandelt: Gefragt sind langfristige Partnerschaften mit lokaler Wertschöpfung, Investitionen und Technologietransfer. Erfolgreich wird, wer Finanzierung, Technologie und Umsetzung als Gesamtlösung anbietet.
Die Stärke liegt im Zusammenspiel
Unternehmen denken in Projekten und Geschäftschancen – nicht in Förderlogiken. Im internationalen Wettbewerb zählt das überzeugende Gesamtpaket. Genau hier liegt das Potenzial eines stärkeren „Team Deutschland": Instrumente so zu verbinden, dass Unternehmen frühzeitig bei Partnerschaften und Projekten unterstützt werden.
Impulse der BoKoWiTa
Erfolgreiche Exportförderung geht heute weit über die Absicherung einzelner Geschäfte hinaus – sie umfasst Partnerschaft, Finanzierung und Präsenz vor Ort. Für Exporteure bedeutet dies: Finanzierung, Absicherung und wirtschaftsdiplomatische Unterstützung sollten künftig als integriertes Angebot genutzt werden, um Geschäftschancen aktiv mitzugestalten und langfristige Zugänge zu Wachstumsmärkten zu sichern.
Von High-End-Audio bis Tunnelbohrtechnik: Was zehn neue Kunden über den deutschen Export verraten
Zehn neue Unternehmen haben sich in den Sommermonaten 2026 erstmals oder erneut für Exportkreditgarantien entschieden. Der Querschnitt zeigt, dass die Absicherung internationaler Geschäfte längst nicht mehr nur Sache großer Konzerne ist.
Ein Überblick
Unter den Neukunden finden sich Unternehmen mit 12 bis mehr als 100 Mitarbeitenden. Ein anschauliches Beispiel für die Vielfalt der Neukunden ist ein Mittelständler mit 15 Beschäftigten, der ein internationales Konsortium bei einem 100-Millionen-Euro-Projekt anführt. Aber auch neue, ungewöhnliche Exportmärkte sind unter den Projekten: Ein Familienunternehmen in fünfter Generation lieferte seine ersten abgesicherten Maschinen nach Neukaledonien.
Was das für Unternehmen bedeutet
Die Beispiele belegen, dass die Exportkreditgarantien branchenübergreifend einsetzbar sind. Von Großprojekten in Afrika über Lieferungen nach Asien bis hin zum Kurzfristgeschäft in der Lebensmittelindustrie. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von einer frühzeitigen Beratung und einer engen Einbindung der Finanzpartner. Die Unternehmen berichten, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Außendienst, Bankenpartnern und Kunden den Unterschied macht. Besonders bei komplexen internationalen Vorhaben schafft eine frühzeitige Begleitung tragfähige Lösungen und eröffnet Banken neue Geschäftsmöglichkeiten im Exportfinanzierungsbereich.
Was die Neukunden verbindet
Ein gemeinsamer Erfolgsfaktor zieht sich durch fast alle Geschichten: langfristige Kontaktpflege. Die Neukunden zeichnen sich durch ihre Beharrlichkeit und Ausdauer aus. Auch wenn manchmal viel Zeit zwischen Erstgespräch und Abschluss vergeht, zeigen die Fälle eines: Kein gutes Gespräch geht verloren.
Nächste Schritte
Wie die Neukunden zeigen, gibt es weder eine Mindestgröße noch bestimmte Produktvorgaben, um eine Exportkreditgarantie zu erhalten. Falls Sie wissen möchten, ob eine Absicherung für Ihr Geschäft infrage kommt, finden Sie auf exportkreditgarantien.de weiterführende Informationen. Dort finden Sie auch die richtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für eine individuelle Beratung.
Neue Serviceseite für Verbände, Kammern und Netzwerke
Sie informieren Unternehmen über Auslandsmärkte, beraten zu Fragen der Internationalisierung oder stellen Ihren Mitgliedern regelmäßig Angebote der Außenwirtschaftsförderung vor? Dann haben wir etwas Neues für Sie: Auf unserer neuen Serviceseite für Partner & Netzwerke finden Sie die wichtigsten Informationen zu den Exportkreditgarantien des Bundes – gebündelt und speziell für Verbände, Kammern, Netzwerke und weitere Partner aufbereitet.
Informationen, die Sie direkt nutzen können
Was sind Exportkreditgarantien? Für welche Unternehmen und Exportgeschäfte sind sie interessant? Und wie können Sie Ihre Mitglieder auf die verschiedenen Möglichkeiten aufmerksam machen?
Damit Sie Ihren Mitgliedern schnell und fundiert weiterhelfen können, finden Sie auf der neuen Seite kompakte Informationen und Materialien für Ihre Kommunikation:
- Erklärtexte zu den Exportkreditgarantien
- Eine Übersicht der wichtigsten Vorteile für exportierende Unternehmen
- FAQs zu den häufigsten Fragen Ihrer Mitglieder
- Fertige Textbausteine für Ihren Newsletter, Ihre Webseite oder weitere Mitgliederkommunikation
- Weiterführende Links zu hilfreichen Angeboten, wie etwa zum Produktfinder, Länderinformationen, Praxisbeispielen und persönlichen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern
Eines Ihrer Mitgliedsunternehmen plant beispielsweise ein Exportgeschäft in Kolumbien und fragt bei Ihnen nach Möglichkeiten zur Risikoabsicherung. Mit den Materialien auf unserer neuen Seite können Sie direkt erste Orientierung geben – etwa mit einem kompakten Überblick zu den Exportkreditgarantien oder einem Verweis auf unseren Produktfinder. Und wenn es konkreter wird, stellen Sie den Kontakt zu unseren Firmenberatern her, die das Unternehmen persönlich von der ersten Anfrage bis zur Umsetzung begleiten.
Exportabsicherung praxisnah vermitteln – mit unseren kostenfreien Webinaren
Neben Informationsmaterialien unterstützen wir Sie auch dabei, das Thema Exportabsicherung direkt zu Ihren Mitgliedern zu bringen. Im Mittelpunkt stehen kostenfreie Webinare, speziell für kleine und mittelständische Unternehmen. Ihre Mitglieder erhalten so direkten Zugang zur staatlichen Expertise rund um Exportabsicherung und -finanzierung.
Unsere Expertinnen und Experten zeigen praxisnah,
- wie der Einstieg in neue Auslandsmärkte strukturiert vorbereitet wird,
- wie wirtschaftliche und politische Risiken abgesichert werden können,
- wie Exportgeschäfte finanzierungsfähig gestaltet werden,
- und wie Projekte von der ersten Idee bis zum Abschluss begleitet werden.
Neben den Grundlagen werden konkrete Fragestellungen und typische Projektkonstellationen behandelt. Auch individuelle Vorhaben Ihrer Mitglieder können aufgegriffen werden. Unsere Finanzierungsexpertinnen und Finanzierungsexperten bringen dabei Erfahrungen aus den jeweiligen Märkten ein und ordnen aktuelle Entwicklungen ein – so entsteht ein Austausch, der über eine reine Informationsveranstaltung hinausgeht. Die Webinare werden individuell auf Branche und Erfahrungsstand zugeschnitten.
Unser Ziel: Sie erhalten alle wichtigen Informationen und Angebote an einem Ort – und können Ihren Mitgliedern ohne großen zusätzlichen Aufwand fundierte Orientierung zu den Exportkreditgarantien geben.
Entdecken Sie jetzt unsere neue Seite:
Veranstaltungen im September - Eindrücke aus Berlin und Dresden
Mit der InnoTrans 2026 in Berlin und dem 17. Mitteldeutschen Exporttag in Dresden lieferte der September gleich zwei wichtige Anlässe, um über Chancen und Herausforderungen im internationalen Geschäft zu diskutieren. Auf der InnoTrans 2026 in Berlin zeigte sich eindrucksvoll, welche Geschäftsmöglichkeiten die weltweite Nachfrage nach Schienenverkehrstechnik bietet. Neben den Chancen wachsen auch die Herausforderungen: Neue Zölle, geopolitische Spannungen und veränderte Lieferketten stellen Unternehmen vor komplexe Fragen. Der 17. Mitteldeutsche Exporttag in Dresden widmete sich genau diesen Themen und bot Exporteuren konkrete Orientierung, von Wachstumsregionen in Lateinamerika und Afrika bis hin zu individuellen Expertengesprächen.
InnoTrans 2026: Aktuelle Entwicklungen im globalen Bahnmarkt
Bei der diesjährigen InnoTrans in Berlin, der weltweit größten Messe für Schienenverkehrstechnik, hatte die Euler Hermes AG Gelegenheit, sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Bahnindustrie auszutauschen und aktuelle Entwicklungen im Markt aus erster Hand zu verfolgen.
Die Messe verdeutlichte einmal mehr die hohe Innovationsdynamik der Branche. Im Mittelpunkt standen Gespräche mit Herstellern von Schienenfahrzeugen, Zulieferern, EPC-Unternehmen (Engineering, Procurement and Construction), Finanzinstituten und internationalen Projektträgern zu laufenden und geplanten Infrastrukturvorhaben weltweit. Dabei wurden sowohl technologische Trends als auch aktuelle Herausforderungen bei der Umsetzung und Finanzierung komplexer Rail-Projekte diskutiert. Die Gespräche zeigten zugleich, dass viele Märkte weiterhin erheblich in die Modernisierung und den Ausbau ihrer Schienenverkehrssysteme investieren und damit interessante Geschäftsmöglichkeiten für die deutsche Bahnindustrie bieten.

Ergänzt wurde das Messeprogramm durch verschiedene Fachveranstaltungen. Diese Formate boten zusätzliche Einblicke in das Produktportfolio deutscher Zulieferunternehmen, regionale Marktentwicklungen und zukünftige Investitionsvorhaben im Verkehrssektor.
Die InnoTrans hat erneut gezeigt, wie wichtig der enge Austausch zwischen Industrie, Finanzierern und öffentlichen Auftraggebern für die Realisierung zukunftsfähiger Mobilitätsprojekte ist. Die gewonnenen Eindrücke und Kontakte werden wertvolle Impulse für die weitere Begleitung künftiger Infrastrukturvorhaben und die Unterstützung deutscher Exporteure im Bahnsektor liefern.
17. Mitteldeutscher Exporttag: Weltmarkt neu gemischt – Chancen für Exporteure
Wie können sich Exporteure in einem Umfeld behaupten, das von neuen Zöllen, geopolitischen Spannungen und veränderten Lieferketten geprägt ist? Antworten darauf lieferte der 17. Mitteldeutsche Exporttag: Weltmarkt neu gemischt, am 23. September 2026 in Dresden. Die Veranstaltung brachte Unternehmen, Außenwirtschaftsexperten, Banken, Verbände und internationale Marktkenner zusammen.
Ein zentrales Element war erneut das Format „Meet the Experts". Unternehmen konnten individuelle Gespräche mit Fachleuten der Auslandshandelskammern, IHK-Länderexperten und weiteren Außenwirtschaftsspezialisten führen. Vertreten waren Experten aus zahlreichen Wachstumsregionen, darunter China, Indien, Lateinamerika, die USA, Saudi-Arabien, Subsahara-Afrika, Polen und Tschechien.
Die Exportkreditgarantien des Bundes waren sowohl bei der Sitzung der Fachausschüsse als auch während des gesamten Exporttages vertreten – eine ausgezeichnete Gelegenheit, bestehende Kontakte zu pflegen und neue Verbindungen aufzubauen.
Der 17. Mitteldeutsche Exporttag hat gezeigt, wie wichtig persönlicher Austausch in Zeiten wirtschaftlicher und geopolitischer Veränderungen ist. Neben fundierten Fachinformationen stand die Vernetzung der Außenwirtschaftsakteure im Mittelpunkt – mit Zugang zu Expertenwissen und der Gelegenheit, gemeinsame Perspektiven für das internationale Geschäft zu entwickeln.
Finanzierungsexpertise vor Ort: Sun-Young Kim über Chancen und Herausforderungen in ASEAN und Bangladesch
Seit August 2026 verstärkt Sun-Young Kim als Finanzierungsexpertin die Präsenz der Exportkreditgarantien in Singapur. Von dort aus unterstützt sie mit einem regionalen Mandat deutsche Exportunternehmen in Südostasien und Bangladesch. Unternehmen profitieren in der ASEAN-Region von unterschiedlichen Wachstumschancen, müssen aber die lokalen Finanzierungs- und Risikobedingungen genau kennen.
Im Interview spricht sie über die Besonderheiten der Märkte in der Region, wie sie mit ihrer Expertise konkret unterstützen kann sowie die Chancen, die sich für deutsche Unternehmen ergeben. Außerdem gibt die Expertin Einblicke in ihren Arbeitsalltag vor Ort und erläutert, wie Exportgeschäfte in der Region erfolgreich und wettbewerbsfähig gestaltet werden können.

Du bist seit August als Finanzierungsexpertin in Singapur. Was hat Dich in Deinen ersten Wochen am meisten überrascht?
In meinen ersten Wochen hat sich vor allem bestätigt, wie widerstandsfähig die Wirtschaft in der Region ist. Trotz eines anspruchsvollen globalen Umfelds, das zuletzt auch durch den Konflikt im Nahen Osten und die damit verbundenen Unsicherheiten für Energiepreise und Lieferketten geprägt war, sehe ich in vielen Ländern weiterhin eine hohe Investitionsbereitschaft und positive Wachstumsperspektiven.
Wie unterstützt Du von Singapur aus deutsche Exporteure und Banken dabei, sichere, effiziente und erfolgreiche Exportgeschäfte in Südostasien und Bangladesch zu realisieren?
Ich begleite Exporteure, Importeure und Banken frühzeitig bei der Strukturierung von Export- und Projektfinanzierungen, bringe lokale Marktkenntnisse ein und unterstütze bei der Einbindung staatlicher Exportkreditgarantien. Der enge Austausch mit Banken, Ex- und Importeuren und Multiplikatoren vor Ort hilft dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und Transaktionen effizient umzusetzen.
Was findest Du besonders spannend in Deiner Rolle als Finanzierungsexpertin?
Besonders spannend ist die Verbindung von Finanzierung, Industrie und Geopolitik. Die Region entwickelt sich schnell und viele Projekte, die heute strukturiert werden, prägen die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Jahre.
Welche Herausforderungen beschäftigen deutsche Exporteure in der ASEAN-Region und Bangladesch aktuell am stärksten?
Zu den größten Herausforderungen zählen geopolitische Unsicherheiten, komplexe regulatorische Rahmenbedingungen sowie steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und resiliente Lieferketten. In Bangladesch gewinnt zudem die Frage an Bedeutung, wie die Wettbewerbsfähigkeit nach dem Auslaufen der Least Developed Country-Vorteile (LDC-Vorteile) gesichert werden kann.
Welche Chancen bietet die Region für deutsche Exporteure?
Die ASEAN-Region bietet deutschen Exporteuren attraktive Chancen in den Bereichen Industrie, Energie und Infrastruktur. Gleichzeitig stellen passgenaue Finanzierungslösungen zunehmend einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar. Exportkreditgarantien und maßgeschneiderte Finanzierungsstrukturen unterstützen deutsche Exporteure dabei, sich bei komplexen Projekten erfolgreich im internationalen Wettbewerb zu positionieren.
Welche Trends werden Südostasien und Bangladesch in den kommenden Jahren besonders prägen?
Für die kommenden Jahre stehen vor allem die Diversifizierung globaler Lieferketten, die Energiewende und die zunehmende regionale Integration im Fokus. Viele Unternehmen bauen ihre Produktionskapazitäten in Südostasien aus, während Regierungen und Investoren verstärkt in Energie-, Netz- und Digitalinfrastruktur investieren.
Wenn Du Exporteuren und Banken einen Rat für Geschäfte in der Region mitgeben könntest, welcher wäre das?
In der Region zeigt sich zunehmend, dass Finanzierung und Schnelligkeit wichtige Wettbewerbsfaktoren sind. Viele Käufer erwarten neben einer technologisch überzeugenden Lösung auch ein langfristig tragfähiges Finanzierungskonzept. Wer Marktstrategie, lokale Partnerschaften und Finanzierung früh zusammen denkt, verbessert seine Chancen im internationalen Wettbewerb deutlich.
Team Germany in Peru: Euler Hermes und GIZ gemeinsam für Kreislaufwirtschaft
Seit Anfang 2025 arbeiten die Euler Hermes AG, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Deutsch-Peruanische Industrie- und Handelskammer (AHK Peru) im Rahmen des Projekts „ProCircular – Kreislaufwirtschaft, eine vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Initiative, für eine klimafreundliche städtische Entwicklung“ eng zusammen. Das Ziel dabei ist, peruanische Unternehmen zu unterstützen, ihre Lieferketten klimafreundlicher und ressourceneffizienter zu gestalten.
Das Drei-Akteure-Modell als Blaupause
Was ProCircular besonders macht, ist das institutionelle Zusammenspiel dreier Akteure mit komplementären Mandaten. Regelmäßige Abstimmungsrunden, gemeinsame Veranstaltungen und eine klare Aufgabenteilung sorgen dafür, dass das Team Germany effektiv zusammenarbeitet – von der Identifikation des technologischen und finanziellen Bedarfs über die Vermittlung geeigneter Technologieanbieter bis hin zur konkreten Umsetzung:
Exportkreditgarantien als Hebel für nachhaltige Investitionen
- GIZ (im Auftrag des BMZ): Identifikation des technologischen und finanziellen Bedarfs in peruanischen Unternehmen, Kapazitätsaufbau und technische Begleitung der Transformation.
- AHK Peru: Vermittlung geeigneter deutscher Technologieanbieter – als Brücke zwischen peruanischer Nachfrage und deutschem Angebot.
- Euler Hermes (als Mandatar des Bundes): Beratung der deutschen Unternehmen zu Hermesdeckungen und peruanischen Unternehmen zu Finanzierungsstrukturen, um Investitionen mit deutscher Technologie attraktiver zu machen.
Exportkreditgarantien des Bundes sichern deutsche Exporteure und finanzierende Banken gegen politische und wirtschaftliche Zahlungsausfälle ab. Für den peruanischen Käufer bedeutet das: Zugang zu langfristiger Finanzierung zu wettbewerbsfähigen Konditionen, die lokal so nicht verfügbar wäre.
Für klimafreundliche Projekte greifen dabei besonders attraktive Bedingungen: Im Rahmen der Klimastrategie der Bundesregierung können Vorhaben der sogenannten „grünen Kategorie“ von einer erhöhten Deckungsquote (von 95 auf 98 Prozent), einem höheren zulässigen Auslandsanteil (bis zu 70 %), dem Wegfall des Anzahlungserfordernisses für lokale Kosten sowie dem Verzicht auf Entgeltzuschläge für Lokalwährungsdarlehen profitieren. Kreislaufwirtschaftsprojekte können genau in diese Kategorie fallen – und werden so für beide Seiten wirtschaftlich attraktiver. Für deutsche Exporteure bedeutet das: Hermesdeckungen gehören nicht ans Ende der Planung – sondern stets an den Anfang des Angebots.
Synergien statt Gegensätze
ProCircular ist mehr als ein Einzelprojekt in Peru. Es ist ein Beleg dafür, dass Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftsförderung keine Gegensätze sind – sondern sich gegenseitig verstärken können, zum Vorteil für alle Beteiligten und vor allem für die kommerziellen Geschäftspartner.
Wenn Exportkreditgarantien dazu beitragen, über EZ-Projekte wie ProCircular nachhaltige Geschäfte in Schwellenländern zu finanzieren und gleichzeitig deutschen Unternehmen helfen, neue Märkte zu erschließen, dann leisten sie einen konkreten Beitrag zu einer nachhaltigen globalen Wirtschaft.

Save the Date: Export Forum 2027 in Berlin
25. Februar 2027 | AXICA Kongress- und Tagungszentrum Berlin
Internationale Märkte verändern sich rasant. Wie können deutsche Unternehmen in einem zunehmend herausfordernden internationalen Umfeld erfolgreich wachsen?
Am 25. Februar 2027 wird das AXICA am Brandenburger Tor zum Treffpunkt der deutschen Exportwirtschaft. Mit dem Export Forum 2027 knüpfen die Exportkreditgarantien des Bundes an die erfolgreiche Veranstaltungsreihe „Im Dialog mit der Wirtschaft” an und bringen Vertreterinnen und Vertreter führender Unternehmen, Politik und Wissenschaft zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Chancen im internationalen Geschäft zu diskutieren. Das Export Forum 2027 verbindet hochkarätige Impulse zu aktuellen Entwicklungen im internationalen Geschäft mit innovativen Austauschformaten, praxisnahen Einblicken in die Exportförderung des Bundes und vielfältigen Networking-Möglichkeiten. Freuen Sie sich auf hochkarätig besetzte Keynotes, spannende Diskussionsrunden, interaktive Breakout-Sessions und persönliche Gespräche mit wichtigen Akteuren der deutschen Exportlandschaft.
Merken Sie sich den Termin bereits heute vor. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung folgen in den kommenden Monaten.
GTR Turkey 2026: Austausch zu Exportfinanzierung und internationalen Märkten
Am 20. Oktober 2026 sind Stefan Schmidt und Christoph Schlüter von Euler Hermes auf der GTR Turkey in Istanbul vertreten. Die Veranstaltung zählt zu den wichtigsten Plattformen für den Austausch zu Außenhandel und Exportfinanzierung in der Türkei und bringt Unternehmen, Banken, Export Credit Agencies, Entwicklungsfinanzierer sowie politische Entscheidungsträger zusammen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen aktuelle Entwicklungen in der Handels- und Exportfinanzierung, Lösungen für das Risikomanagement sowie Finanzierungsinstrumente für internationale Geschäfte. Darüber hinaus werden Herausforderungen entlang globaler Lieferketten und die Auswirkungen veränderter Marktbedingungen diskutiert. Die Themen sind auch für deutsche Exporteure von hoher Relevanz, insbesondere bei Geschäften in anspruchsvollen oder neuen Absatzmärkten.
Für die Exportkreditgarantien des Bundes bietet die Veranstaltung die Gelegenheit, mit Unternehmen über konkrete Exportvorhaben ins Gespräch zu kommen und Fragen zur Absicherung von Geschäften in der Türkei sowie in weiteren internationalen Märkten zu erörtern. Gerade Unternehmen, die ihre Exportaktivitäten ausbauen oder neue Märkte erschließen möchten, können vom Austausch mit den Kollegen von Euler Hermes zu Finanzierungs- und Absicherungsmöglichkeiten profitieren.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden Sie auf der Website der GTR Turkey 2026:
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