
Export Insights – November 2026
Export Forum: 25. Februar 2027 | AXICA Kongress- und Tagungszentrum Berlin

Geopolitische Spannungen, neu ausgerichtete Handelsbeziehungen, technologische Umbrüche und hohe Kundenansprüche stellen exportorientierte Unternehmen aus Deutschland vor immer komplexere Herausforderungen. Umso wichtiger wird der direkte Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Mit dem Export Forum 2027 schaffen wir eine Plattform für diesen Dialog und laden am 25. Februar 2027 nach Berlin ein.
Im AXICA Kongress- und Tagungszentrum direkt am Brandenburger Tor kommen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der deutschen Exportwirtschaft zusammen, um Entwicklungen im internationalen Geschäft zu diskutieren und neue Impulse für globales Wachstum, die Bereitstellung von Finanzierungen als Wettbewerbsvorteil und unternehmerisches Risikomanagement als Teil der Vertriebsstrategie zu gewinnen.
Als Keynote Speaker wird Prof. Dr. Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, einen fundierten Blick auf die wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen werfen und einordnen, welche Auswirkungen auf den deutschen Export zu erwarten sind.
Freuen Sie sich auf ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm mit:
- Hochkarätigen Keynotes zu den globalen Entwicklungen, die die deutsche Exportwirtschaft bewegen,
- Breakout Sessions und Business Talks, mit relevanten Einblicken in die Praxis der Exportkreditgarantien und Raum für Gespräche über konkrete Exportvorhaben, die Wachstumsperspektiven schaffen sowie
- zahlreiche Networking-Möglichkeiten mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Finanzierung, Politik und Exportförderung.
Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Mittelstand, Finanzierung, Politik und Exportförderung auszutauschen und gemeinsam aktuelle Herausforderungen und Chancen des internationalen Geschäfts zu diskutieren.
Das detaillierte Programm mit allen Themen und Speakern geben wir in den kommenden Wochen bekannt. Aktuelle Informationen zum Export Forum 2027 finden Sie jederzeit auf unserer Veranstaltungswebseite.
Auf einen Blick:
- Datum: Donnerstag, der 25. Februar 2027
- Tagesprogramm: ca. 9:00–16:00 Uhr, AXICA Kongress- und Tagungszentrum, Berlin
- Teilnahme: kostenfrei (begrenzte Plätze), Registrierung notwendig
Seien Sie dabei, wenn die deutsche Exportwirtschaft am 25. Februar 2027 in Berlin zusammenkommt. Wir freuen uns auf Sie!
Podcast Export Echo mit neuem Host und Schwerpunkt: Geoökonomie und internationaler Handel
Die Weltwirtschaft befindet sich im Umbruch. Geopolitische Spannungen, zunehmender Protektionismus und eine wachsende Unsicherheit über künftige Handelsregeln stellen die deutsche Exportwirtschaft vor immer neue Herausforderungen. Was bedeuten diese Entwicklungen für Unternehmen? Und wie können Exporteure auch in einem zunehmend fragmentierten internationalen Umfeld erfolgreich bleiben?
Mit diesen Fragen setzt der Podcast der Exportkreditgarantien Export Echo neue Akzente. Neben den bewährten Einblicken rund um die Exportkreditgarantien des Bundes erweitert unser Podcast sein Themenspektrum um aktuelle geoökonomische und handelspolitische Entwicklungen. Das neue Format „Exportfinanzierung & Geoökonomie“ beleuchtet die Schnittstelle von internationalem Handel und Geopolitik und ordnet zentrale Trends für Unternehmen praxisnah ein.
Moderiert wird das neue Format von Dr. Alexander Sandkamp, Senior Policy Advisor bei der Euler Hermes AG und Fellow am Kiel Institut für Weltwirtschaft. Mit seiner Expertise in Handelspolitik und internationaler Wirtschaft bringt er aktuelle wirtschaftliche und politische Entwicklungen in den Dialog mit führenden Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

Zum Auftakt kommen Wissenschaft und Praxis zusammen: Prof. Dr. Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung und Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Situation – den sogenannten Wirtschaftsweisen – sowie Edna Schöne, Vorstandsmitglied der Euler Hermes AG und verantwortlich für die Exportkreditgarantien des Bundes. Gemeinsam diskutieren sie, warum internationale Wettbewerbsfähigkeit heute zunehmend auf Systemebene entschieden wird, welche Folgen politische Unsicherheit für Unternehmen hat und wie moderne Instrumente der Außenwirtschaftsförderung dabei unterstützen können, neue Märkte zu erschließen und Chancen zu realisieren.
Die neue Folge vom Export Echo ist in Kürze auf allen gängigen Streaming-Plattformen verfügbar. Abonnieren Sie Export Echo schon jetzt und verpassen Sie keine Folge.
Forfaitierungsgarantie in der Praxis – wirksame Entlastung für Exporteure
In einem herausfordernden globalen Umfeld wird es für deutsche Exporteure zunehmend schwieriger, Auslandsaufträge zu gewinnen. Zur Verbesserung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit kann es gerade für KMU hilfreich sein, ihren Auslandskunden eine Finanzierung auf Basis eines Bestellerkredites mit Absicherung über eine Lieferantenkreditdeckung des Bundes anzubieten. Zur eigenen Bilanzentlastung können Exporteure die Forderung im Rahmen einer Forfaitierung an die Bank verkaufen. Hier verbleiben bei der ankaufenden Bank aber oftmals Veritätsrisiken, die der Bund über eine zusätzliche Forfaitierungsgarantie (FFG) absichern kann. Diese wurde kürzlich flexibilisiert und im Deckungsumfang erweitert. Zugleich besteht weiterhin Potenzial, ihre Wirkung in der Breite zu entfalten. Entscheidend wird sein, dass das Produkt in der Praxis noch stärker angenommen wird und für Exporteure und Banken einen möglichst einfachen und attraktiven Zugang zur Exportfinanzierung ermöglicht.
Aus der Praxis: Erfahrungen von Exporteuren und Banken
Wie bewährt sich die Forfaitierungsgarantie in der Praxis? Darüber berichteten Exporteure und Banken bei einer Online-Veranstaltung des VDMA. Andreas Gehring, Senior Produkt & Innovation Manager bei der Euler Hermes AG, befragte sie zu ihren Erfahrungen und dem konkreten Nutzen des Instruments.
Andreas Gehring: Welche Vorteile sehen Sie in der Nutzung der Forfaitierungsgarantie als Exporteur und welche Erfahrungen haben Sie in der Abwicklung gewonnen?
Ralf Steger, Heidelberger Druckmaschinen AG, Head of Financial Services & Treasury: Die Vorteile der FFG sehe ich ganz klar darin, dass neben der Absicherung der wirtschaftlichen und politischen Risiken auch das Veritätsrisiko abgesichert wird. Das Veritätsrisiko war lange Zeit das „Bottleneck“ beim Verkauf Hermes-gedeckter Forderungen, um diese bilanzentlastend forfaitieren zu können. Ein weiterer wichtiger Vorteil für Exporteure ist, dass die FFG auch während der Laufzeit der Finanzierung beantragt werden kann. So muss der Exporteur nicht gleich zu Beginn der Finanzierung sich entscheiden, ob er die Forderung forfaitiert, sondern kann dies auch zu einem späteren Zeitpunkt machen.
Die Erfahrungen, die wir bisher mit der FFG gemacht haben, sind durchaus positiv, was das Antragsverfahren sowie die Zusammenarbeit mit Euler Hermes betrifft. Sicherlich mussten wir zu Beginn einige zusätzliche Fragen beantworten, die einfach notwendig sind, um sich als Exporteur für die FFG zu qualifizieren. Jedoch ist dieser Aufwand überschaubar und im engen Austausch mit Euler Hermes auf jeden Fall machbar. Was ich mir bei der Abwicklung wünschen würde, wäre, dass mehr Banken dieses Instrument anbieten. Wir sind froh, dass mit der LBBW eine unserer Kernbanken dieses Produkt anbietet, jedoch wäre etwas mehr Wettbewerb wünschenswert.
Andreas Gehring: Wie konkret kann die Forfaitierungsgarantie zum Risikomanagement bzw. zur Bilanzentlastung in Ihrem Unternehmen beitragen?
Tobias Thanner, Hosokawa Alpine AG, Head of Accounts Receivable, Tax and Group Controlling:
Die Forfaitierungsgarantie ermöglicht es uns als Exporteur, Lieferantenkredite zu 100 % regresslos an unsere Hausbank zu forfaitieren. Dadurch können die entsprechenden Forderungen vollständig aus unserer Bilanz ausgebucht und eine entsprechende Bilanzentlastung erreicht werden. Die Umwandlung der Forderungen in unmittelbare Liquidität verbessert unseren operativen Cashflow und wirkt sich positiv auf unsere Forderungskennzahl (Days Sales Outstanding, DSO) aus. Durch den regresslosen Forderungsverkauf werden die mit den Forderungen verbundenen Zahlungsausfallrisiken auf die finanzierende Bank übertragen. Damit leistet die Forfaitierungsgarantie einen wesentlichen Beitrag zur Optimierung unserer Liquiditäts- und Bilanzstruktur sowie zur Stärkung unseres Risikomanagements.
Andreas Gehring: Wie unterstützen Sie als Bank Exporteure beim Forderungsankauf und wie schätzen Sie den Zusatznutzen durch die Forfaitierungsgarantie ein?
Frank Schmitz, Landesbank Baden-Württemberg, Executive Director Export Finance Origination:
Wir beraten und begleiten unsere Kunden aktiv und vorausschauend durch den gesamten Prozess des Forderungsankaufs, das heißt möglichst frühzeitig von der Phase der Geschäftsanbahnung mit dem Fokus auf die Gestaltung von FFG-konformen Zahlungsbedingungen bis hin zur Auszahlung des Forfaitierungserlöses nach Einreichung der entsprechenden Liefer- und Leistungsdokumente. Die FFG erlaubt es uns nunmehr, die an uns abgetretene 95 %-Lieferantenkreditdeckung regulatorisch besser anzurechnen. Im Ergebnis ermöglicht die zielgerichtete Ausgestaltung der FFG uns als Bank, unseren Kunden eine attraktive mittelfristige Absatzfinanzierung auch für Auftragswerte unter 10 Mio. Euro anbieten zu können und somit deren Absatzchancen in einem zunehmend wettbewerbsintensiveren Umfeld zu steigern.
Forfaitierungsgarantie auf einen Blick:
- Bilanzentlastung & Liquidität: Verkauf der gedeckten Exportforderung an einen Forfaiteur zur Verbesserung der Liquidität und Entlastung der eigenen Bilanz
- Aufwertung der Lieferantenkreditdeckung: Verbesserung der Absicherung zugunsten des Forfaiteurs durch einen garantieähnlichen Anspruch unmittelbar gegenüber dem Bund – auf Antrag des Exporteurs
- Anwendungsbereich: Geeignet für einzelne grenzüberschreitende Liefer- und Leistungsgeschäfte mit einem Auftragswert von bis zu 10 Mio. Euro
Shopping-Line-Deckung – what’s in für deutsche Exporteure?
Die Shopping-Line-Deckung bündelt eine Vielzahl von Importgeschäften unter einer gebundenen Unternehmensfinanzierung eines Importeurs und schafft damit effiziente Strukturen für alle Beteiligten. Die letzten Monate haben gezeigt, dass sie auf steigenden Zuspruch bei Banken und internationalen Käufern trifft. Diese schätzen die Möglichkeit, mehrere Beschaffungsvorhaben deutscher Exportunternehmen flexibel innerhalb einer einzigen Fazilität abzuwickeln.
Deutsche Exporteure profitieren
Obwohl die Deckung zugunsten der finanzierenden Bank übernommen wird, ergeben sich für deutsche Exporteure klare Vorteile. Durch die verbesserten Finanzierungsmöglichkeiten ihrer ausländischen Kunden steigen die Chancen auf neue Aufträge und langfristige Geschäftsbeziehungen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen können so leichter Zugang zu internationalen Beschaffungsprogrammen erhalten und ihre Wettbewerbsposition stärken.
Überarbeitete Landingpage mit Übersicht der Shopping-Line-Transaktionen
Vor diesem Hintergrund wurde die Landingpage der Shopping-Line-Deckung umfassend überarbeitet. Neben einer klareren Darstellung der Funktionsweise und Vorteile finden deutsche Unternehmen dort nun auch eine Übersicht bereits in Deckung genommener Transaktionen.
Verbesserte Wettbewerbsfähigkeit durch Zusammenarbeit: Strategische Konsultationen mit SACE in Rom
Euler Hermes und die italienische Exportkreditagentur SACE wollen ihre Zusammenarbeit vertiefen und sich auch stärker zu europäischen Themen abstimmen. Darauf haben sich Vertreterinnen und Vertreter der italienischen Exportkreditagentur SACE, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und von Euler Hermes im Rahmen bilateraler Konsultationen in Rom geeinigt. Mit dem ganztägigen Treffen wurde der strategische Dialog zwischen Euler Hermes und SACE intensiviert. Im Mittelpunkt standen gemeinsame strategische Herausforderungen und konkrete Kooperationsmöglichkeiten.
Gemeinsame Ansätze für ein verändertes Exportumfeld
Deutschland und Italien verfügen über eine starke industrielle Basis mit innovativen mittelständischen Unternehmen. Beide Länder verbindet das Interesse, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Exportwirtschaft im internationalen Handel zu stärken. Auch bei der Einschätzung aktueller geopolitischer, wirtschaftlicher und technologischer Herausforderungen zeigten sich viele Gemeinsamkeiten. Im Zentrum stand die Frage, wie Unternehmen in einem tiefgreifend veränderten Umfeld verlässlich und zugleich innovativ unterstützt werden können. Diskutiert wurden Ansätze von konkreten Produkten wie Shopping Lines und die aktuell im Rahmen der OECD diskutierten Flexibilisierungen des OECD-Konsensus bis zu einer stärkeren Begleitung der Exporteure in den Auslandsmärkten. Dazu zählen eine höhere Sichtbarkeit der Unterstützungsangebote, die Vernetzung mit potenziellen Bestellern und die frühzeitige Anbahnung konkreter Geschäftsmöglichkeiten.
Stärkere Zusammenarbeit auf europäischer Ebene
Einigkeit bestand darüber, dass viele der aktuellen wirtschafts- und handelspolitischen Herausforderungen zunehmend europäische Antworten erfordern. Entsprechend wurden auch Möglichkeiten einer engeren Abstimmung auf EU-Ebene sowie der Aufbau einer belastbaren Partnerschaft europäischer Exportkreditagenturen erörtert. Konkret wurden auch erste Erfahrungen mit dem Global Gateway Investment Hub in Brüssel diskutiert. Die europäische Schnittstelle soll Investitions- und Exportvorhaben europäischer Unternehmen mit Unterstützungsangeboten der EU und der Mitgliedstaaten verknüpfen. Dazu zählen die Instrumente der nationalen Exportkreditagenturen. Bei der Sicherung der Versorgung mit kritischen Rohstoffen, darunter Seltenen Erden, sehen die Gesprächspartner ebenfalls Potenzial für eine stärkere europäische Zusammenarbeit. Nationale importbezogene Förderinstrumente könnten durch gemeinsame europäische Initiativen ergänzt werden.
Vom Weltraum bis ins Trinkwasser: Wie deutsche Mittelständler weltweit neue Märkte erschließen
Im September 2026 haben neun Unternehmen erstmals Exportkreditgarantien genutzt, um ihre internationalen Geschäfte abzusichern. Die Beispiele zeigen, wie deutsche Mittelständler mit hochspezialisierten Produkten und Technologien weltweit erfolgreich sind. Das Spektrum reicht von Komponenten für die Raumfahrt bis zu Verfahren, die die Trinkwasserqualität in Entwicklungs- und Schwellenländern verbessern.
Innovationen aus Deutschland für internationale Märkte
Die neuen Deckungsnehmer stehen beispielhaft für die Innovationskraft des deutschen Mittelstands. Zu den Projekten zählen unter anderem Pumpensysteme für Anwendungen im Weltraum, Windkanäle, Technologien zur Trinkwasseraufbereitung sowie Verpackungslösungen für globale Getränkemarken.
Dabei handelt es sich überwiegend um kleine und mittelständische Unternehmen mit weniger als zehn bis 190 Beschäftigten. Ihre Exportgeschäfte führen sie in sehr unterschiedliche Regionen der Welt, darunter Argentinien, Südkorea, Taiwan, Griechenland, die Philippinen und mehrere afrikanische Staaten.
Mehr als Risikoabsicherung
Für viele Unternehmen steht bei der Nutzung von Exportkreditgarantien nicht allein die Absicherung einzelner Aufträge im Vordergrund. Vielmehr bilden sie häufig die Grundlage für einen nachhaltigen Ausbau des Auslandsgeschäfts. Gerade bei neuen Märkten oder anspruchsvollen Finanzierungskonstellationen schaffen sie die notwendige Sicherheit, um internationale Chancen konsequent zu nutzen.
Auch Banken spielen dabei eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit den Unternehmen wurden individuelle Finanzierungslösungen entwickelt, die über die klassische Deckung hinausgehen. So diente eine revolvierende Lieferantenkreditdeckung als Baustein für eine neue Finanzierungslinie, während in einem anderen Fall innerhalb kurzer Zeit eine passgenaue Avalgarantie umgesetzt werden konnte.
Gemeinsamkeiten der Neukunden
Trotz ihrer unterschiedlichen Branchen und Geschäftsmodelle zeigen sich einige wiederkehrende Erfolgsfaktoren:
- Offenheit für neue Wege: Die ersten Kontakte entstanden über unterschiedlichste Kanäle – von Webinaren und Messen bis hin zu Empfehlungen aus dem Bankennetzwerk.
- Kurze Wege und direkte Ansprechpartner: Die persönliche Betreuung erwies sich in mehreren Fällen als entscheidender Faktor. Teilweise lagen zwischen Erstkontakt und Antragstellung nur wenige Tage.
- Langfristige Wachstumsziele: Viele Unternehmen betrachten den ersten gedeckten Auftrag als Ausgangspunkt für eine gezielte internationale Expansion.
Ausblick
Die aktuellen Beispiele verdeutlichen, dass Exportkreditgarantien Unternehmen unterschiedlichster Größen und Branchen bei ihrem internationalen Wachstum unterstützen können. Wer den Einstieg in neue Märkte plant oder bestehende Exportaktivitäten absichern möchte, findet auf www.exportkreditgarantien.de weiterführende Informationen sowie die passenden Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für eine individuelle Beratung.
Deutschland und Kasachstan unterzeichnen Roadmap für 1,8 Milliarden Euro
Deutschland und Kasachstan wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit ausbauen. Beim Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsforum in Berlin wurde eine Roadmap für die industrielle, technologische und rohstoffbezogene Zusammenarbeit unterzeichnet. Sie umfasst 37 bilaterale Projekte mit einem Gesamtvolumen von 1,8 Milliarden Euro. Die Vorhaben reichen von Energie und Rohstoffverarbeitung über Maschinenbau bis hin zu Logistik und Wassermanagement. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der kasachische Präsident Kassym-Jomart Tokayev unterstrichen die wachsende strategische Bedeutung der Partnerschaft.
Geschäftsmöglichkeiten für Exporteure und Banken
Für deutsche Unternehmen können sich daraus neue Geschäftsmöglichkeiten in Infrastruktur, Bergbau, Chemie, Energie, Logistik und industrieller Modernisierung ergeben. Besonders großes Potenzial besteht dort, wo deutsche Technologie auf den Modernisierungsbedarf der kasachischen Wirtschaft trifft. Zugleich verfügt Kasachstan über Rohstoffvorkommen wie Lithium, Kobalt, Wolfram und Kupfer, die unter anderem für Energietechnologien und industrielle Anwendungen von Bedeutung sind.
Edna Schöne, Vorständin der Euler Hermes AG, sieht in dem angestrebten Ausbau der deutsch-kasachischen Wirtschaftsbeziehungen Chancen für deutsche Unternehmen. Als deutsche Exportkreditagentur will Euler Hermes dazu beitragen, aus diesen Chancen konkrete Projekte zu entwickeln und die Beteiligung deutscher Unternehmen zu erleichtern.
Neue Kooperationsfelder & Projektchancen in Kasachstan
Neben kritischen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt, Wolfram und Kupfer gewinnen neue Kooperationsfelder an Bedeutung. So wurde Wassermanagement erstmals als strategisches Handlungsfeld in die bilaterale Roadmap aufgenommen. Geplant sind unter anderem ein deutsch-kasachisches Innovationslabor sowie ein Wassertechnologie-Hub. Damit sollen aus dem Modernisierungsbedarf der Wasser- und Abwasserinfrastruktur konkrete Projekte und Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Anbieter entstehen. Mit Blick auf die 37 Vorhaben rückt nun deren konkrete Ausgestaltung in den Fokus – von möglichen deutschen Lieferungen und Leistungen bis hin zu geeigneten Finanzierungs- und Absicherungslösungen.
Markterkundungsreise nach Peru und Chile: Konkrete Chancen für deutsche Unternehmen in Rohstoffen, Energie und Infrastruktur
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), Stefan Rouenhoff, reiste mit einer rund 20-köpfigen Wirtschaftsdelegation nach Peru und Chile. Das Interesse war groß, das Programm dicht gedrängt. Im Mittelpunkt standen konkrete Möglichkeiten, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit beiden Ländern auszubauen, insbesondere in den Bereichen Rohstoffe, Energie und Infrastruktur.

Chile: Erneuerbare Energien, Stromnetze und grüner Wasserstoff
In Santiago de Chile führte die Delegation zahlreiche Gespräche über die Zukunft der deutsch-chilenischen Zusammenarbeit. Chile erzeugt bereits rund 70 % seines Stroms aus erneuerbaren Energien und setzt den Ausbau konsequent fort. Eine zentrale Herausforderung ist dabei der Ausbau der Stromnetze, in den Chile in den kommenden Jahren erheblich investieren muss. Für deutsche Unternehmen können sich daraus Geschäftsmöglichkeiten ergeben.
Auch grüner Wasserstoff bietet Potenzial: Dank seiner geografischen Lage verfügt Chile über hervorragende Produktionsbedingungen. Die EU, Chile und Deutschland haben nun eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um die Initiative für erneuerbaren Wasserstoff fortzuführen.
Foto: Ulrich Sante, LBBW
Peru: Bergbau, Energiesystem und Logistik
In Peru traf die Delegation Energie- und Bergbauminister Guillermo Shinno Huamani sowie Wirtschafts- und Finanzminister Elmer Cuba. Im Mittelpunkt standen konkrete Projekte und Vorhaben: der "Corredor Minero del Norte", die Weiterentwicklung des peruanischen Energiesystems sowie öffentliche Ausschreibungen rund um den Logistikhub Lima-Callao. Die Bandbreite der vertretenen Branchen reichte vom Rohstoff- und Transportsektor über Energie und Infrastruktur bis hin zu Technologie und Verteidigung.
Ausblick: Projekte und Marktchancen frühzeitig prüfen
Beide Länder signalisierten große Offenheit für eine engere Partnerschaft mit Deutschland. Gleichzeitig ist der internationale Wettbewerb um Rohstoffe und Marktanteile in Lateinamerika intensiv. Für deutsche Exporteure und Banken kann es daher sinnvoll sein, die identifizierten Projekte und Finanzierungsmöglichkeiten frühzeitig zu prüfen.
Wer sich einen weitergehenden Überblick über die wirtschaftlichen Chancen in Lateinamerika verschaffen möchte, findet beim Lateinamerika-Tag des LAV am 11. und 12. November in Hamburg eine Gelegenheit zum Austausch. Auch die Euler Hermes AG wird dort vertreten sein: Vorständin Edna Schöne moderiert die Flagship Session „Handel: Erwartungen an neue Freihandelsabkommen". Ergänzt wird die Beteiligung durch Dörthe Arend als Panelistin sowie Jens Kruse und Mia Munck Bruns, die am Stand der Exportkreditgarantien für den persönlichen Austausch zur Verfügung stehen.
Wer die Entwicklungen in Lateinamerika im Kontext globaler Markt- und Finanzierungsfragen vertiefen möchte, erhält hierzu auch beim Export Forum 2027 am 25. Februar 2027 in Berlin Gelegenheit. Neben hochkarätigen Keynotes und Praxisimpulsen wird eine Breakout Session die Marktchancen, Projektperspektiven und Finanzierungsmöglichkeiten in Lateinamerika in den Fokus nehmen.
Gemeinsam für Team Germany: GIZ und Euler Hermes im Dialog über nachhaltige Projektfinanzierung
Wie können Entwicklungsorganisationen und Finanzakteure stärker zusammenarbeiten, um private Investitionen in nachhaltige Projekte zu mobilisieren? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Mandatare und Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen eines gemeinsamen Innovationsworkshops.
Im Mittelpunkt stand der Austausch darüber, wie unterschiedliche Akteure ihre jeweiligen Stärken einbringen können, um Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern erfolgreich auf den Weg zu bringen. Dabei wurde deutlich, dass die Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung zunehmend Partnerschaften erfordern, die Expertise aus Entwicklungspolitik, Wirtschaft und Finanzsektor miteinander zusammenbringen.
Warum ist das für Exporteure und Banken relevant?
Für deutsche Exporteure, insbesondere KMU, eröffnen sich in Sektoren wie erneuerbaren Energien, Infrastruktur und Cleantech weltweit Geschäftschancen. Eine Herausforderung kann jedoch bereits in der Projektvorbereitung liegen: Lokale Auftraggeber verfügen nicht immer über die erforderlichen Kapazitäten, um Projekte so zu strukturieren, dass sie die Anforderungen von Investoren, Banken und Exportkreditversicherern erfüllen.
Gelingt es, diese Lücke in der Projektvorbereitung zu schließen, können alle Beteiligten profitieren. Exporteure treffen auf tragfähigere Projekte, Banken können auf belastbareren Projektstrukturen aufsetzen und Partnerländer nachhaltige Investitionen voranbringen. Im Kern geht es darum, Projekte „guarantee-ready" zu machen.
Unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen
Eine zentrale Erkenntnis des Workshops ist, dass Entwicklungszusammenarbeit und Exportfinanzierung Projekte aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Während die GIZ langfristige Programme und Wirkungsketten in den Blick nimmt, konzentrieren sich die Mandatare des Bundes auf konkrete Exportgeschäfte.
Die unterschiedlichen Ansätze bieten zugleich Anknüpfungspunkte für eine engere Zusammenarbeit. Werden technische Beratung und Fragen der Finanzierbarkeit und Absicherung frühzeitig miteinander verzahnt, können potenzielle Hürden bereits während der Projektentwicklung adressiert werden. Das kann beispielsweise Anforderungen im ESG-Bereich (Environmental, Social and Governance) oder die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle betreffen.
Von der Idee in die Praxis
Erste Erfahrungen gibt es bereits in Peru. Dort wird ein integriertes Modell aus technischer Beratung und Exportkreditabsicherung erfolgreich erprobt. Der Workshop zeigt, wo künftig weitere Anknüpfungspunkte zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Exportfinanzierung entstehen könnten. Für Exporteure und Banken liegt der praktische Nutzen vor allem darin, früher Zugang zu tragfähigeren Projekten zu erhalten und Anforderungen an Finanzierung und Absicherung bereits in der Projektentwicklung mitzudenken.
Saudi-Arabien: Gesetzliche Änderung bei Promissory Notes
Ende Oktober 2026 tritt in Saudi-Arabien ein neues Vollstreckungsgesetz in Kraft. Für Exporteure und Kreditinstitute bedeutet dies, dass Promissory Notes nur noch dann als unmittelbar vollstreckbare Titel durchsetzbar sein sollen, wenn sie auf einer zugelassenen nationalen elektronischen Plattform registriert sind (bisher bekannte Plattform „Nafith“). Grundlage ist das Royal Decree Nr. M/237.
Was Exporteure und Banken jetzt beachten sollten
Noch sind nicht alle Details zur konkreten Umsetzung des Royal Decree bekannt. Insbesondere ist noch unklar, ob Exporteure oder Kreditinstitute außerhalb Saudi-Arabiens eine Registrierung vornehmen können oder ob dafür lokale Treuhänder oder Dienstleister oder Sicherheitsagenten erforderlich sein werden. Für bereits herausgelegte Promissory Notes soll es eine Übergangsfrist von voraussichtlich einem Jahr geben.
Weitere Informationen
Exporteuren und Kreditinstituten wird daher empfohlen, sich hierzu weitergehend bei sachkundigen Experten in Saudi-Arabien zu informieren. Hierfür stehen Ihnen auch die Ansprechpartner der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Saudi-Arabien, Bahrain und Jemen (AHK) / German-Saudi Arabian Liaison Office for Economic Affairs (GESALO) und die Finanzierungsexpertin der AHK Vereinigte Arabische Emirate Eva Steinhaus zur Verfügung.
OECD-Länderrisikoeinstufung: Änderungen für Guyana, Kamerun und Guinea
Die Expertinnen und Experten der OECD-Mitglieder haben jüngst die Länderrisiken der Staaten in den Regionen Lateinamerika und Karibik sowie West- und Zentralafrika bewertet.
Die mehrstufige Länderklassifizierung (0 = beste Kategorie, 7 = schlechteste Kategorie) ist u. a. ein Parameter bei der Berechnung des Entgelts.
Die Kategorie eines Landes gibt eine Orientierung darüber, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Schuldner in diesem Land aus länderspezifischen Gründen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Die Einstufung erfolgt regelmäßig auf Basis verschiedener Faktoren, z. B. der politischen und wirtschaftlichen Stabilität, der Rechtssicherheit sowie der Erfahrungen mit der Rückzahlung von Staatsschulden.
Im Vergleich zu den bisherigen Einstufungen haben sich folgende Veränderungen ergeben:
| Land | Neue Kategorie | Bisherige Kategorie |
| Guyana | 4 | 5 |
| Kamerun | 7 | 6 |
| Guinea | 6 | 7 |
GTR Turkey 2026: Energiewende und Finanzierung im Fokus
Am 20. Oktober 2026 fand in Istanbul die GTR Turkey statt, eine Plattform für den Austausch zu Außenhandel und Exportfinanzierung in der Türkei. Für die Mandatare des Bundes waren Stefan Schmidt und Christoph Schlüter vor Ort und tauschten sich mit Unternehmen, Banken und weiteren Marktteilnehmern zu aktuellen Finanzierungs- und Absicherungsthemen aus.
Zusammenarbeit von ECAs und Entwicklungsfinanzierern
Auf einem Panel zu Marktchancen und Finanzierungsperspektiven für Projekte in der Türkei diskutierte Stefan Schmidt gemeinsam mit weiteren Fachleuten, wie eine engere Zusammenarbeit zwischen Exportkreditagenturen und Entwicklungsfinanzierern dazu beitragen kann, Finanzierungen für die türkische Energiewende zu ermöglichen. Gerade bei größeren internationalen Projekten kann das Zusammenspiel verschiedener Finanzierungs- und Absicherungsinstrumente entscheidend sein.
Impulse für künftige Projekte
Die GTR Turkey hat gezeigt, wie wichtig das Zusammenspiel von Exporteuren, Banken, Exportkreditagenturen und Entwicklungsfinanzierern für internationale Projekte ist. Der Austausch in Istanbul liefert Ansatzpunkte, um Exportvorhaben deutscher Unternehmen in der Türkei gezielt voranzubringen.
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